Einen zentnerschweren Achat hat der Klötzer Jürgen Lemke im Döllnitz gefunden. Derzeit steht der Stein noch an der Oebisfelder Straße. Doch geht es nach dem Willen des Finders und des Ortschaftsrates, wird der riesige Halbedelstein einen neuen Standort bekommen.

Klötze l Die Stadt Klötze ist steinreich. Zumindest, wenn man auf die Feldsteine und Felsen blickt, die hier in der Gemarkung so gefunden werden. Einen solchen außergewöhnlichen Fund machte im Oktober 2012 der Klötzer Jürgen Lemke (die Volksstimme berichtete). Fündig wurde er im Landeswald, genauer gesagt im Döllnitz. Dort sah er einen acht mal 15 Zentimeter großen Stein aus dem Boden ragen. Erst bei der Bergung stellte er die wahren Ausmaße des Kolosses fest: 75 Zentimeter hoch, 94 Zentimeter breit und 77 Zentimeter tief. Geschätztes Gewicht: 400 Kilogramm.

Seinen Standort hat der große Stein bei einem Steinmetz in der Oebisfelder Straße. Dabei soll es aber nicht bleiben. Um ihn den Einwohnern und Besuchern an einem zentralen Punkt in der Stadt präsentieren zu können, soll der beeindruckende Felsbrocken einen neuen Standort bekommen.

"Der Stein soll auf einem Sockel auf dem Adolph-Frank-Platz stehen", informierte Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Schmidt während der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates im Rathaus. Er werde gesichert und mit einer Informationstafel versehen. Umgesetzt werden soll der Stein "irgendwann nach Ostern", sagte Schmidt. "Noch vor Pfingsten", sagt Jürgen Lemke.

Skandinavien ist offenbar die Heimat des Steins

Laut Jürgen Lemke handelt es sich bei dem Fund um eine Achat-Brekzie, also einen Halbedelstein (Lesen Sie auch den Informationskasten rechts). Ein solcher Achat-Brocken ist ein Gruß aus der Eiszeit. Denn in dieser erdgeschichtlichen Periode ist er vom Eis nach Mitteleuropa transportiert worden. Als Herkunftsregion hat der Hobbysteinesammler das baltische Skandinavien ausgemacht. "Brekzien sind aus mehreren Erdformationen bekannt", erläutert er im Gespräch mit der Volksstimme. "Die Quarzadern sind hell und das Gestein kristallin." Im Quarz würden sich gut sichtbare Drusen (Hohlräume mit kristallisierten Mineralien) befinden.

Solche Brekzien entstehen, wenn Gestein durch Vulkanismus, Felsstürze oder tektonische Kräfte zerbrechen. In diesem Fall bestehen die einzelnen Trümmer aus Achat. Als "Klebstoff" fungieren Sedimente wie Quarz. Sie "kitten" die Gesteinsbrocken zusammen und bleiben als andersfarbige Adern sichtbar.

Achate gibt es in verschiedenen Farbtönen

"Eine solche Achat-Brekzie in dieser Ausführung ist sehr selten", sagt Jürgen Lemke. "Bemerkenswert sind die vielen Quarzadern." Poliert findet dieser Halbedelstein Verwendung in der Schmuckindustrie. Achate gibt es in verschiedenen Farbnuancen wie beispielsweise blaugrün, gelb, grau, schwarz, braun, grünlich, rot, rosa. Durch eine Wärme- oder chemische Behandlung kann das Mineral Achat umgefärbt werden.

Die umfangreiche Sammlung von Jürgen Lemke zeigt natürliche Färbungen des Achat. Diese Funde haben jedoch nichts von dem großen Brocken, sie kann er sogar in der Hosentasche transportieren. Seit seinem 35. Lebensjahr sammelt der 73-jährige Jürgen Lemke bereits Steine und Mineralien. Doch wo findet er in der Region um Klötze solche Mineralien? "Es gibt verschiedene Stellen, zum Beispiel um die Feldstraße herum", verrät er. Sie können an der Oberfläche liegen und werden beim Pflügen nach oben befördert.

Wann der Klötzer Achat nun aufgestellt wird, ist allerdings auch eine Geldfrage. Denn der Sockel aus Granit muss stabil sein und ist nicht ganz billig. "Wer spenden möchte, kann sich gerne an die Stadtverwaltung wenden", sagt Jürgen Lemke, der selbst einen finanziellen Beitrag leisten möchte.

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