Mit Umzügen und Feuern begingen die Einwohner der Region am Wochenende das Osterfest. In Mellin gab es dabei sogar eine Premiere: der in Eigenregie gebaute Versorgungswagen kam zu seinem ersten Einsatz.

Mellin/Jübar/Rohrberg/Apenburg l Aufgeben kam für die Melliner nicht in Frage, auch nicht, als sie am Sonnabend vor einer Woche miterleben mussten, wie der Holzhaufen für das Osterfeuer von Unbekannten vorzeitig abgefackelt wurde. "Alle haben mit angepackt, die Dorfbewohner, die Feuerwehr, und erneut Holz zusammengetragen. Von den Jägern erhielten wir noch Material von alten, abgerissenen Hochsitzen", berichtete Interessenvertreter Martin Tessmer am Sonnabend der Volksstimme. Gemeinsam gelang es, binnen kurzer Zeit erneut einen imposanten Haufen aufzuschichten und das Osterfeuer damit zu retten.

Als die Flammen entzündet wurden, hatten sich schon viele Einwohner auf dem Areal am Kielberg in Richtung Immekath eingefunden. Von einem Besucherrekord war hinterher sogar die Rede. Viele trieb sicher auch die Neugier zum Osterfeuer. Schließlich sollte der neue Versorgungswagen eingeweiht werden. Wie ein Schwedenhäuschen auf Rädern stand das schmucke Gefährt da. Aus seinen beiden Fenstern wurden Getränke und ein Imbiss gereicht, für die der Förderverein der Feuerwehr sorgte. "Die Idee entstand am Biertisch", hieß es. Im September begannen Mitglieder von Feuerwehr und Förderverein dann, den Wagen zusammenzubauen. Auf das Gestell kamen OSB-Platten, die das Nettgauer Glunz-Werk zur Verfügung stellte. "Aber auch das übrige Material, etwa die Elektroinstallation, ist gespendet worden", erklärte Ortswehrleiter Christian Burmeister, der sich bei allen bedankte, "die mitgeholfen haben, diese Idee Wirklichkeit werden zu lassen". Der Versorgungswagen soll künftig bei Veranstaltungen im Ort regelmäßig eingesetzt werden. Nächste Bewährungsprobe ist das Dorffest, das die Melliner am 30. August feiern wollen.

Stimmungsvoll ging es auch in anderen Orten der Region beim Osterfeuer zu. In Rohrberg entzündete die Feuerwehr den Holzhaufen auf dem Platz am Schier. Hier genossen die Einwohner ebenso bei Bratwurst vom Grill sowie heißen und kühlen Getränken den Flammenzauber wie auf dem Lüdelsener Osterberg.

Ein paar Schritte vom Feuer zum Bundesliga-Topspiel

Im benachbarten Jübar loderte das Feuer auf dem Sportplatz. Die Feuerwehr hatte die Verpflegungsstation jedoch einige Meter abseits am Sportlerheim aufgebaut. Und das hatte seinen Grund: Drinnen wurde das spannende Bundesliga-spiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund übertragen, das sich etliche Besucher nicht entgehen ließen. "Und zum Feuer sind es ja nur ein paar Schritte zu Fuß, die kann bei dem schönen Wetter jeder machen", meinte der Jübarer Dirk Wulkau.

In Apenburg wurde das Osterfeuer erstmals am Sonntag entzündet. Grund war der Konzertauftritt der Kultrocker von "Vehikel" am Vorabend im Lindenhof. "Da wollten wir keine Überschneidung", meinte Ortswehrleiter Ronny Runge. Mit Fackeln und Laternen zogen die Kinder und Jugendlichen, begleitet von Eltern und Großeltern sowie dem Spielmannszug der Feuerwehr, von der Bushaltestelle aus durch das Dorf zum alten Teerplatz. Dort loderten bereits die Flammen. Der Lindenwirt sorgte dafür, dass niemand hungrig oder durstig nach Hause ging.

   

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