Klötze l Der Frühling hat Einzug gehalten. Nicht nur kalendarisch. Das ist schön. Sicher. Aber gleichzeitig werden mit den steigenden Temperaturen auch die Zecken wieder aktiver. Und entgegen der allgemeinen Auffassung lauern die Parasiten nicht nur in Wald und Flur, sondern laut einer Studie der Universität Hohenheim auch in fast jedem Garten. Zwar beschränkten sich die wissenschaftlichen Untersuchungen auf den Großraum Stuttgart, jedoch ist der Holzbock auch in der Altmark anzutreffen. Allerdings, so betont Garten-Expertin Sybille Meyer aus Ristedt, sollten sich die Menschen nicht davon abhalten lassen, den eigenen Garten aufzusuchen. Vielmehr könne die Zecken-Gefahr im Garten durch ein paar relativ einfache Gestaltungs-Techniken deutlich verringert werden, wie Sybille Meyer meint. Sie gibt folgende Tipps:

l Mähen Sie das Gras regelmäßig. Zecken lieben eine feuchte und schattige Umgebung. Kurz gemähter Rasen ist für sie daher nicht interessant.

l Entfernen Sie lose Blätter, Gestrüpp und Unkraut in der Nähe von Steinwänden, Holzhaufen und an den Rasenrändern. Das sind nämlich ideale Schlupfplätze für Zecken und ihren wichtigsten Wirt, die Maus.

l Verbreitern Sie die Wege in bewaldeten Bereichen. So kommen Sie weniger schnell in Kontakt mit dem Gras am Wegesrand, dem Ort, wo sich Zecken gerne aufhalten.

l Stellen Sie Holzstapel und Vogelfutterstellen in ausreichender Entfernung zum Haus auf. Holzstapel sind gute Schutzplätze für Mäuse. Außerdem werden Mäuse vom Vogelfutter aus den Vogelhäuschen angelockt. Und weil Zecken sich auf Mäusen ausgezeichnet ernähren, ist das Risiko größer, dass sich Zecken genau dort befinden. Außerdem können sie sich auch auf Vögeln befinden und daher auch in Vogeltränken vorkommen.

l Schneiden Sie die Äste von Bäumen und die Zweige von Büschen in der Nähe der Grasfläche, um mehr Sonnenlicht in den Garten zu lassen. So sorgen Sie dafür, dass Ihr Garten mehr Sonnenlicht erhält. Zecken mögen keine sonnigen, trockenen Orte.

l Halten Sie Rehe und anderes Großwild aus Ihrem Garten heraus. Verwenden Sie Bepflanzungen, die Rehe nicht anziehen, oder halten Sie sie durch entsprechende Umzäunungen fern. So verhüten Sie, dass sich weibliche Zecken, die sich auf diesen Großtieren ernähren, in Ihrem Garten fallen lassen und dort Eier legen.

l Stellen Sie Spielgeräte und Sandkästen in ausreichendem Abstand von bewaldeten Flächen auf, am besten auf ein Podest aus Holz oder Mulch. So wird das Risiko, dass spielende Kinder im Garten mit Zecken konfrontiert werden, erheblich kleiner.

l Verwenden Sie Bodendecker nur spärlich in Bereichen, in denen sich Familienmitglieder und Haustiere häufig aufhalten. Diese Pflanzenarten bieten nämlich eine ideale Lebensumgebung für Zecken und einen Unterschlupf für Mäuse. Also ist es besser, sie nicht an Stellen zu verwenden, wo Sie und Ihre Familie sich selbst oft aufhalten.

l Verwenden Sie Gartengestaltungstechniken mit Kieswegen und Mulchdecken. Dadurch kreieren Sie eine Pufferzone zwischen dem Lebensgebiet der Zecke und dem Ort, an dem Sie und Ihre Familie sich im Garten aufhalten.

l Verwenden Sie Produkte wie Zeckenrollen, um Zecken vom Garten fernzuhalten. Zeckenrollen sind eine äußerst effektive Methode, um Zecken auf aktive Art und Weise zu bekämpfen. Der Vorteil ist, dass sie mithilfe des Ökosystems Garten funktionieren.

"Es ist wichtig zu wissen, wo sich Zecken im Garten aufhalten", fasst Sybille Meyer zusammen. Und dies sei vor allem dort, wo sich Wirtstiere wie Mäuse bewegen, also an Holzstapeln, Steinwänden, Waldrändern, Zäunen, Gartenhäusern, Komposthaufen, im hohen Gras, zwischen Laub oder an Pflanzungen in der Nähe von Haus oder Terrasse. Sybille Meyer rät deswegen, eine Umgebung zu schaffen, die für Zecken und ihre Wirtstiere nicht attraktiv ist.