Der Frühling zeigt sich jetzt von seiner schönsten Seite, doch trotz warmer Temperaturen ist ans Baden noch nicht zu denken: Schließlich müssen die Freibäder in Klötze und Kunrau erst noch für die neue Saison herausgeputzt werden.

Klötze/Kunrau l Seit Anfang März sind die Aufräumarbeiten im Klötzer Waldbad in vollem Gange. Schwimmmeister Roland Gille kennt die Prozedur in- und auswendig. Seit 23 Jahren obliegt ihm diese Aufgabe. "Es gibt immer viel zu tun", sagt Gille. Glücklicherweise hat der Winter in diesem Jahr keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Eine gute Bilanz: "Bis zum 1. Mai sind wir mit den Arbeiten auf jeden Fall fertig", schätzt der Schwimmmeister ein. Dann muss nur noch auf den Startschuss vom Bürgermeister gewartet werden. Doch soweit ist es noch nicht. Routiniert zählt Gille die anfallenden Arbeiten auf: "Laub und Äste müssen aus den Becken und vom Gelände entfernt und weggebracht, die Becken von Schmutz und Ablagerungen befreit und die Hecken und Grünflächen geschnitten werden."

Der Großteil an Laub und Ästen wurde bereits beseitigt. Gille sorgt nun dafür, dass die Schwimmbecken gereinigt werden. Mit einem Hochdruckreiniger geht es den Ablagerungen aus den Wintermonaten an den Kragen. Während er dafür sorgt, dass der blaue Beckenbelag von den braunen Flecken befreit wird, berichtet er über seine Sorge nach Sturmtief Niklas: "Ich habe schon gebangt, dass durch den Orkan größere Schäden entstehen." Glücklicherweise war dies nicht der Fall. "Das Waldbad liegt anscheinend zu tief für den Wind." Ein paar kleinere Äste sind heruntergekommen, es ist aber kein Baum umgekippt, der die Anlage hätte beschädigen können.

Besucherzahlen litten 2014 unter schlechtem Wetter

Das Nichtschwimmerbecken hat Gille schon für den Badebetrieb hergerichtet. Nur noch das große Becken und das Kinderbecken müssen gereinigt werden. "Ende nächster Woche werden wir damit fertig sein und dann kann mit Wasser gefüllt werden", sagt der Bademeister. Zuvor müssen nur noch kleinere Risse, die durch die Witterung entstanden sind, im Beckenboden repariert werden. Besonders im Nichtschwimmerbecken ist ein kleiner Schaden sichtbar. "Eine Baufirma wurde schon bestellt, die sich anguckt, was ausgebessert werden muss", erklärt Gille. Die Risse sollen neu verklebt werden.

Ganz alleine muss er die Arbeiten nicht bewältigen. Mitarbeiter Heinz Köhler unterstützt ihn dabei tatkräftig. Nachdem der größte Schmutz entfernt ist, wird ein Spezialreiniger aufgetragen. "Das funktioniert wie ein Spülmittel. Kurz einwirken lassen und dann wieder mit Wasser abspülen."

Nach der Beckenreinigung soll die Filteranlage inspiziert und zusammengebaut werden. Auch die Chlorwassergasanlage wird dann vom TÜV abgenommen. Das ist wichtig, wegen der möglichen Unfallgefahr durch das Chlorgas. "Deshalb muss auf Dichtheit geprüft werden", erläutert Gille. In diesem Jahr müssen lediglich zwei Laufräder für die Pumpen und eine neue Dichtung in den Rohrleitungen gewechselt werden, ist der Schwimmmeister zufrieden.

Nun kommt es auf das Wetter an, wann das Waldbad seine Tore für die Badegäste öffnet. Im vergangenen Jahr haben die Besucherzahlen durch den durchwachsenen Sommer gelitten. "Der August war viel zu kalt und der Juni verregnet", erinnert sich der Bademeister. Gille ist optimistisch und freut sich schon auf die neue Saison. "Doch bis dahin gibt es noch jede Menge zu tun."

Für gefällte Pappeln wurden Tannen gepflanzt

Genauso wie im Kunrauer Freibad. Auch dort haben die Vorbereitungen auf die neue Saison begonnen. Der städtische Mitarbeiter Fred Steffens ist dort seit vorigen Dienstag wieder aktiv. "Es gibt wie jedes Jahr viel zu tun", pflichtet er seinem Klötzer Kollegen bei. Vor allem gilt es, das Gelände wieder auf Vordermann zu bringen und auch möglichst attraktiv zu gestalten. Beispielsweise sind als Ersatz für die sieben gefällten Pappeln 19 Tannen gepflanzt worden. "Die müssen natürlich regelmäßig gewässert werden", erklärt Fred Steffens, der auch einige Stiefmütterchen in die Erde gesetzt hat.

Weiterhin hat er bereits die Terrasse gesäubert und das Wasser, das den Winter über als Frostschutz in den Becken verbleibt, abgelassen, um die Bassins von Laub, Chlor- und Eisen-Rückständen sowie gewöhnlichem Schmutz zu befreien. Hier leistet die Hochdruckspritze gute Dienste.

Außerdem wird Fred Steffens noch auf dem Zeltplatz nach dem Rechten schauen sowie Bänke streichen. Neue Farbe soll auch am Kasten der Filterabdeckung, die im vergangenen Jahr eine neue Abdeckung bekommen hat, angebracht werden. Zudem wird der Rettungsschwimmer den Sanitärtrakt, um den sich während der Saison eine Reinigungskraft kümmert, ausgiebig putzen.

Wenn Fred Steffens Wünsche äußern dürfte, dann hätte er gerne weitere Sonnenschirne, die an sonnigen Stellen platziert werden könnten, um den Besuchern Schatten zu spenden. Das Füllen der Becken in Kunrau geht dann recht schnell. Das dauert nämlich nur fünf Tage und Nächte.

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