Eine positive Bilanz zogen die Nettgauer Jagdgenossen während ihrer Jahreshauptversammlung. Die Strecke des Jagdjahres kann sich durchaus sehen lassen, Wildschäden gab es keine und der Pachterlös soll wieder gemeinnützigen Zwecken in den drei Ortsteilen zugute kommen.

Nettgau l Die Jagdgenossenschaft Nettgau hat ein erfolgreiches Jagdjahr hinter sich, wie Vorsitzender Walter Leyer während der Jahreshauptversammlung feststellte. Wichtig war dem Vorstand, dass keine Wildschäden bearbeitet werden mussten und dass das Jagdkataster auf den neuesten Stand gebracht werden konnte.

Ein für die Jagdgenossenschaft nicht unerheblicher finanzieller Aufwand war notwendig, um die notwendigen Unterlagen für das Jagdkataster vom Katasteramt in Stendal zu bekommen. "Die Aufarbeitung der Katasterkarten und Flächenangaben hat dem Vorstand dann noch viele Stunden Freizeit gekostet, bis das Ergebnis vorlag", erläuterte Walter Leyer.

Der Vorstand der Jagdgenossenschaft verwaltet nun 1641 Hektar bejagbare Fläche in der Gemarkung Nettgau mit den Ortsteilen Gladdenstedt, Nettgau und Wendischbrome. "Obwohl wir Flächen in den Ortsteilen herausgenommen haben, die nicht bejagbar sind, erhöhte sich die Gesamtfläche", stellte der Vorsitzende fest. "Die entsprechende Jagdpacht für die neue Flächenberechnung ist bereits überwiesen worden", sagte Hans-Heinrich Jordan, einer der Pächter.

In der Genossenschaft werden die Pachtanteile nur an die Flächenbesitzer ausgezahlt, die dies ausdrücklich wünschen. Die verbleibenden finanziellen Mittel kommen Vereinen und Institutionen in den Ortsteilen zu gute. Wie im vergangenen Jahr werden auch 2015 die drei Ortswehren mit jeweils 100 Euro bedacht. Für ihr Frühlingsfest bekommen die Senioren 200 Euro. Schließlich werden die Jäger noch finanziell dabei unterstützt, blaue Reflektoren für Leitpfähle an den Straßen zu kaufen. Dadurch soll der Anteil des Unfallwilds auf den Zufahrtsstraßen gesenkt werden.

Die Unterstützung der Jagdpächter durch die Genossenschaft kommt nicht von ungefähr. "Dass wir keine Wildschäden regulieren mussten, ist auf die gute Arbeit der Weidmänner zurückzuführen", begründete Walter Leyer. Pächterobmann Wilfried Schierhorn stellte denn auch eine ansprechende Strecke des Jagdjahres 2014/2015 vor. "Gestreckt haben wir ein Rotwild- und zwei Damwildkälber. Allerdings waren es im Jagdjahr zuvor noch sieben Rotwild- und vier Damwildtiere. Es ist also auch bei uns ein rückläufiger Wildbestand zu verzeichnen", bedauerte Schierhorn.

Beim Schwarzwild wurden 25 Sauen auf die Schwarte gelegt. "Hier macht sich die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten bezahlt", lobte der Pächterobmann. Beim Rehwild stehen 23 Böcke und 15 weibliche Tiere auf der Liste. Jeweils fünf Tiere davon sind von Kraftfahrern gestreckt worden. "Mit den Reflektoren an Schwerpunkten können wir dies wohl verhindern", zeigte sich Schierhorn zuversichtlich.

Beim Raubwild setzten die Jäger an zwei Dachsen, 16 Füchsen, einem Marder und sieben Marderhunden erfolgreich Schüsse an. Zur Strecke kamen noch sieben Waschbären, die zumeist in Lebendfallen gefangen wurden. Zwei Hasen und vier Enten vervollständigen die Strecke.

In der Diskussion verwies Heinrich Herms darauf, dem Fuchs nicht rigoros nachzustellen. "Wegen des fehlenden Frostes im Winterhalbjahr ist schon jetzt eine Mäuseplage zu erkennen. Der Fuchs wäre ganz hilfreich, dem etwas entgegen zu setzen. Greifvögel allein schaffen das nicht", ist Heinrich Herms überzeugt. Anschließend luden die Jagdpächter die Mitglieder der Genossenschaft zu einem Essen ein.

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