Oebisfelde l Ins Visier der Ortschaftsräte geriet am Montag während ihrer Sitzung, bei der auch das Erweiterungsprojekt vorgestellt wurde, konkret ein Wohnhaus, das einzige im Umfeld, das an die neue Gewerbefläche unmittelbar angrenzt. "Was auf dem neu erschlossenen Gelände an Bauvorhaben vorgesehen ist, können wir meiner Meinung nach den Anliegern nicht zumuten", sagte CDU-Rat Karsten Schindler. So sollen unter anderem nur wenige Meter von der Baugrenze entfernt Lager- beziehungsweise Produktionshallen hochgezogen werden. Die Höhe beträgt 14 Meter. Die Hallen würden indes mit Blick auf den Schatten das Grundstück der Anlieger beeinträchtigen, da sie auf fast gleicher Höhe seit vielen Jahren einen Badepool zu stehen haben. Beeinträchtigt wird wohl nicht eine Solaranlage auf der westlichen Dachseite des Hauses, da sich dieses noch in Höhe der Zufahrt zum Firmengelände befindet und dort keine Bebauung vorgesehen ist.

Die Ortschaftsräte einigten sich daher, die Baugrenze zu erweitern. So soll erst zehn Meter von der Grenze entfernt gebaut werden. "Dadurch wird meiner Ansicht nach auch der für die Anlieger erdrückende Eindruck gemindert", schätzte Einheitsgemeindebürgermeisterin Silke Wolf ein.

Der Wassensdorfer UWG-Rat Frank Hintersdorf hatte hingegen mit dem an der Zufahrt geplanten Parkplatz Schwierigkeiten. Auch der könne Ärger nach sich ziehen. Hintersdorf: "Der Betrieb arbeitet im Drei-Schicht-System. Auszugehen ist daher von einem beständigen Kommen und Gehen. Pkw starten, Türen klappen - in den Morgen- und Abendstunden. Und das in unmittelbarer Nachbarschaft des Wohnhauses."

Für SPD-Mann Sven Groneberg stellte sich dagegen eine ganz andere Frage: "Was ist höher einzuschätzen - ein mittlerweile großer Betrieb, der für Oebisfelde wirtschaftlich bedeutend ist, oder Anlieger in einem Wohnhaus, deren Lebenqualität durch die Erweiterung des Firmengeländes meiner Meinung nach nicht so sehr beeinträchtigt wird?"

Doch was sagen die Anlieger selbst zur Problematik? Karl-Heinz Schreihahn ist seit Jahrzehnten im erwähnten Wohnhaus mit seiner Familie heimisch: "Als die Erdarbeiten starteten, hatte ich ein kurzes Gespräch mit dem Geschäftsführer des Betriebes. Es blieb aber unklar, was genau vor unserer Haustür geplant ist. Ich habe auch Unterlagen zugeschickt bekommen, doch als Laie ist es sehr schwer, diese zu verstehen."

Im Juni, so der Oebisfelder weiter, habe er einen Termin mit den Planern. "Ich hoffe, dann endlich Konkretes zu erfahren."