Audorf/Beetzendorf l Eigentlich sind die Einwohner der Gemeinde Beetzendorf gut dran: Wenn sie Rasen, Bäume oder Sträucher schneiden oder Laub zusammenharken, können sie das Ergebnis ihrer Arbeit kostenlos entsorgen. Nicht irgendwo in der Natur, sondern ganz legal in der Anlage bei Audorf, wo das Naturmaterial zerkleinert, gesiebt und zu Kompost verarbeitet wird. Zu jeder Tages- und Nachtzeit steht den Beetzendorfern die Anlieferung frei. Doch dieses Entgegenkommen des Eigentümers der Anlage wird mehr und mehr missbraucht. "Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört", zeigte sich Geschäftsführer Hans Vornkahl gegenüber der Volksstimme enttäuscht.

Immer wieder würden Dinge in der Anlage entsorgt, die dort nicht hingehören. Das fängt an bei riesigen Baumwurzeln. "Die können wir mit unserem Gerät gar nicht schreddern und müssen sie nach Goslar fahren, wo stärkere Technik vorhanden ist", berichtete Vornkahl.

Zusatzkosten belasten Anlagenbetreiber

Aber auch lastzügeweise Bauschutt, jede Menge Müll und sogar Grabsteine habe man schon wegschaffen müssen. "Das ist immer mit erheblichen Kosten verbunden, da ja alles ordnungsgemäß entsorgt werden muss", so der Geschäftsführer. Auch zwischen dem Grün- und Strauchschnitt befänden sich immer wieder Plastiktüten und anderer Unrat.

Die Situation sei "höchstgradig unbefriedigend". Zwar würden nur wenige Prozent der Anlieferer die kostenlose Entsorgungsmöglichkeit von organischen Abfällen zum Abkippen von anderen Materialien missbrauchen, doch die könnten ausreichen, das ganze System in Frage zu stellen. Für Hans Vornkahl ist das Maß jedenfalls voll. "Wir überlegen ernsthaft, die Nutzung für Kleinanlieferer einzustellen", erklärte er.

Beetzendorfs Bürgermeister Heinrich Schmauch kann den Ärger des Anlagenbetreibers voll und ganz verstehen. "Den Leuten wird der kleine Finger gereicht und einige nehmen gleich die ganze Hand. Wir sind an einen Punkt angekommen, wo man sich fragen muss, ob wir so ein Verhalten noch tolerieren können", meinte der Ortschef im Volksstimme-Gespräch.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister suchte Vornkahl nach Möglichkeiten, das Problem zu lösen. Neben der Schließung für Kleinanlieferer kämen auch feste Annahmezeiten statt der bisher üblichen freien Zugänglichkeit für Einwohner der Gemeinde in Betracht. Dazu müsste aber jemand gefunden werden, der dann vor Ort ist und die Ablagerung überwacht, denn die Kompostieranlage ist nicht ständig mit Mitarbeitern besetzt.

Stundenweise Aufsicht für Annahme gesucht

"Vielleicht finden wir jemanden, der bereit ist, dies für zwei Stunden am Sonnabend oder auch noch an einem anderen Tag in der Woche zu tun und sich ein paar Euro hinzuzuverdienen", hofft Heinrich Schmauch. Die Gemeinde sei in Absprache mit dem Betreiber bereit, die Entlohnung zu übernehmen.

Wer Interesse hat, kann sich in der Gemeindeverwaltung im Bürgerzentrum am Marschweg, Telefon 039000/6518, melden. "Uns geht es darum, die Möglichkeit für unsere Bürger zu erhalten, ihre organischen Abfälle ordnungsgemäß und unkompliziert entsorgen zu können", erklärte der Beetzendorfer Bürgermeister.