Rittleben l Überall sind die Störche aus ihrem Winterquartier im Süden zurückgekehrt, auch in Rittleben. Doch dort fanden die beiden Adebare ihr gewohntes Zuhause hoch oben auf einem alten Mast nicht wieder. Nur das nackte Wagenrad war in luftiger Höhe zu sehen.

"Der Horst war völlig zerstört", berichtete Gustav Röpke, auf dessen Grundstück sich der zwölfeinhalb Meter hohe Mast befindet, der vor drei Jahren aufgestellt und kurze Zeit später von Störchen bewohnt wurde. Im vergangenen Jahr habe es schwere Revierkämpfe um das Nest gegeben. "Die beiden Störche wurden von drei weiteren Artgenossen attackiert. So etwas habe ich noch nicht erlebt", erzählte der Rittlebener. Ergebnis: Von Adebars Behausung blieb nicht mehr viel übrig, die beiden heimischen Störche suchten das Weite.

Doch Röpke gab nicht auf, wollte die Rotschnäbel, die zum Dorf dazugehören, unbedingt zurückhaben. Ein neuer Horst musste her. Hilfe bekam er von seiner Frau Doris, die sich sogleich an die Arbeit machte und aus Weinreben ein komplettes Flechtwerk anfertigte. "30 Zentimeter hoch und 1,60 Meter im Durchmesser, so dass es genau auf das Wagenrad passt", erklärte Gustav Röpke. Innen wurde das Geflecht mit trockenem Pferdemist verstärkt und mit Heu ausgestopft.

Hebebühne samt Korb zur Verfügung gestellt

Aber wie konnte Adebars neues Zuhause nach oben auf den Mast gehievt werden? Hier standen die Rittlebener vor großen Problemen. "Das geht nur mit einer Hebebühne. Ich habe herumtelefoniert und wollte mir eine ausborgen, aber die dafür entstehenden Kosten überstiegen meine finanziellen Möglichkeiten", erläuterte Gustav Röpke.

Hilfe kam schließlich von Klötzes Dachdeckermeister Uwe Witte. "Der Betrieb stellte uns seine neue Hebebühne mit Korb von einem Tag auf den anderen zur Verfügung. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken", freute sich Röpke. Juniorchef Hagen Witte und Mitarbeiter Thomas Corell fuhren mit dem neuen Horst im Schlepptau nach oben und setzten es vorsichtig auf das Wagenrad. Mit Draht wurde das Nest schließlich befestigt.

Störche müssen jetzt nur noch zurückkehren

Jetzt hoffen alle, dass das Storchenpaar das neue Zuhause auch annimmt und sich dort niederlässt. "Am 11. April waren die beiden schon mal hier und umflogen den Mast. Das wiederholte sich dann am 16. April", berichtete Gustav Röpke. Da war der neue Horst aber noch nicht aufgesetzt. "Wir haben uns deshalb beeilen müssen", erklärte der Rittlebener, der 2012 die Idee hatte, auf seinem Grundstück einen Horst für Störche aufzustellen und dieses Vorhaben in die Tat umsetzte.

   

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