Von trocken bis heiß diskutiert reichte die Themenpalette der Frühjahrskonferenz für Hauptverwaltungsbeamte des Altmarkkreises am gestrigen Mittwoch in Klötze. Ganz oben auf der Liste stand die Unterbringung von Asylsuchenden.

Klötze l In erster Linie ist der Kreis in der Pflicht, wenn es darum geht, Asylbewerber unterzubringen. Doch dabei ist die Mitarbeit der Gemeinden unerlässlich. Deshalb informierte Landrat Michael Ziche die Hauptverwaltungsbeamten über den aktuellen Stand. "Wir brauchen laufend neue Möglichkeiten für die Unterbringung der Asylsuchenden", berichtete Ziche. Der Kreis habe sich für eine dezentrale Lösung entschieden. Gemeinsam muss gesucht werden, wo die Infrastruktur mit Schule, Kita, Ärzten und anderen wichtigen Gegebenheiten passt.

"Wir reden mit den Gemeinden, weil auch mal ein Engpass entstehen kann", erläuterte der Landrat. Gemeinschaftlich solle über die Asylproblematik abgestimmt werden. "Alles andere wäre ein schlechtes Zeichen." Als gutes Zeichen fasste er die Eröffnung einer Unterkunft für Asylbewerber am Dienstag in Mieste auf. "Dort kamen Leute zu uns und fragten, wie sie helfen können", zeigte sich Ziche erfreut.

Kreis will sich dieser Aufgabe stellen

Er geht davon aus, dass dem Kreis diese Aufgabe, Asylbewerber unterzubringen, mittelfristig erhalten bleibt. "Dem stellen wir uns", sagte er unmissverständlich.

Derzeit leben im Altmarkkreis 415 Asylbewerber, für 2015 geht Ziche von rund 500 zusätzlichen Antragstellern aus. "Wir rechnen mit monatlich 39 Asylsuchenden. Es gibt auch Abgänge, weil zum Beispiel Anträge abgelehnt werden. Das kompensiert aber die Zugänge nicht", erläuterte Ziche.

Pretzier, Salzwedel, Gardelegen, Kalbe und Mieste sind die Kommunen, in denen bisher Asylbewerber untergebracht sind. "Andere Orte sind nicht vorgesehen", sagte er. Derzeit werde in Salzwedel nach weiteren Alternativen gesucht.

Gesprächsbedarf gab es auch zum Eichenprozessionsspinner. Der Kreis habe die Arbeiten einheitlich ausgeschrieben und die Koordinierung übernommen. "Erfahrungen aus anderen Bundesländern haben gezeigt, dass die Raupenpopulationen nach einer dreijährigen Bekämpfung zusammenbrechen", erläuterte Ziche. Die Frage sei jetzt, ob das bei einer punktuellen oder einer flächendeckenden Bekämpfung eintrete. "Wir konnten dafür Preise aushandeln, die auch für den privaten Bereich interessant sind", betonte Michael Ziche.

Weitere Hausärzte in die Altmark holen

Engagieren wird sich der Kreis zudem bei der Ansiedlung von Hausärzten. "Wir haben bei der Uni in Magdeburg angefragt, wie Medizinstudenten auf die Altmark aufmerksam gemacht werden können", informierte der Kreischef. Die Frage sei auch, wie Kommunen interessierte Ärzte unterstützen können, indem sie beispielsweise Grundstücke bereitstellen. "In Arendsee ist uns das gelungen. Wenn wir jedes Jahr einen Arzt in die Altmark holen, haben wir viel geschafft."

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann möchte auf diese zwei jährlichen Konferenzen nicht verzichten. "Hier sind die Fachleute mit am Tisch, das ist hilfreich, wenn konkrete Probleme angesprochen werden", sagte er. Damit könnten Aufgaben ganz anders angegangen werden. Ein Beispiel ist die Umsetzung des Kinderfördergesetzes, bei dem Kreis und Gemeinden gefordert sind.