Für einen der größten Schandflecke in Apenburg, das leerstehende Haus "Glupes Erben" an der Vorderstraße rückt der Abriss näher. Die Gemeinde hat bereits 70000 Euro dafür im aktuellen Haushalt bereitgestellt. Voraussetzung: Das Land verpflichtet sich zur Kostenbeteiligung.

Apenburg l Die Tage eines der größten Schandflecke im Apenburger Ortsbild scheinen endgültig gezählt. Dem maroden Fachwerkhaus an der Ecke Vorderstraße/Altes Tor, das unter dem Namen "Glupes Erben" bekannt ist, seit vielen Jahren leer steht und verfällt, steht der Abriss bevor. Für diesen Zweck hat die Gemeinde im aktuellen Haushalt 2015 schon mal vorsorglich 70000 Euro eingestellt. Ob der Abriss wirklich soviel kostet, ist allerdings unklar. "Wir haben uns an den Abrisskosten für den alten Kindergarten in Wallstawe orientiert, um eine Größe für den Haushalt zu haben", erklärte Bürgermeister Harald Josten während der Etatberatungen im Rat. Schwierigkeiten könnten sich ergeben, da andere Gebäude direkt an "Glupes Erben" angebaut sind. "Da sind vielleicht Sicherungsmaßnahmen bei den Nachbarn notwendig", so Josten.

Land muss finanzielle Beteiligung zusichern

Die rechtliche Situation ist inzwischen nach Auskunft des Bürgermeisters geklärt. Nach jahrelangem Ringen hätten inzwischen alle Angehörigen der vielköpfigen Erbengemeinschaft, denen das Grundstück gehört, schriftlich ihren Verzicht erklärt. Damit sei das Grundstück herrenlos und die Gemeinde könne es sich aneignen. "Die Alternative ist, dass wir es aufs Auge gedrückt bekommen", erklärte Harald Josten. Denn auch die Landesstraßenbaubehörde, die den engen Kurvenbereich im Zuge des Ausbaus der Vorderstraße entschärfen will, hat ein Interesse am Abriss des Gebäudes. Ob sich das Land aber deshalb das Grundstück aneignen wird, ist noch völlig unklar. "Der Anspruch wurde dort noch nicht geprüft", meinte der Ortschef. Warte man ab, bis dies geschehen ist und das Land vielleicht Nein sagt, werde eine weitere lange Zeitspanne ins Land gehen, ehe die Gemeinde das Areal zugewiesen bekommt.

Josten plädierte deshalb dafür, selbst die Initiative zu übernehmen. Erste Schritte seien bereits unternommen worden. "Die Übertragung von Glupes Erben auf die Gemeinde ist in die Wege geleitet, das Verfahren liegt derzeit beim Grundbuchamt", teilte der Bürgermeister mit.

Es sei wichtig, das Gebäude so schnell wie möglich abreißen zu können. Zum einen könne damit ein Schandfleck im Ort, über den seit vielen Jahren heftig diskutiert wird, endgültig beseitigt werden, zum anderen sei dann der Weg für die geplante Kurvenentschärfung geebnet. "Auch wenn noch nicht klar ist, wann das Land die in Angriff nimmt", meinte Josten.

Fakt ist: Die Landesstraßenbaubehörde muss sich an den Abrisskosten anteilig beteiligen. Schließlich würde ein Teil der Fläche für die Fahrbahnerweiterung benötigt. Diese Verpflichtung möchte die Gemeinde allerdings rechtlich verbindlich vom Land zugesichert bekommen. "Deshalb sind die 70000 Euro im Haushalt auch mit einem Sperrvermerk versehen", erläuterte der Ortschef.

Da einige Gemeinderäte die Dringlichkeit des Abrisses von "Glupes Erben" in Zweifel zogen und auf wichtigere Vorhaben in Apenburg verwiesen, ließ Harald Josten über die Einstellung der Summe in den aktuellen Haushalt abstimmen. Ergebnis: Sechs Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und vier Enthaltungen.