Köckte l Sprichwörtlich keinen Wind mehr unter den Flügeln hatte am Freitagabend Marianne Brandes. Genauer gesagt gab es für ihr weißes Segelflugzeug keinen ausreichenden Aufwind mehr, um es am Himmel zu halten. Deshalb entschied sich die Pilotin zu einer unplanmäßigen Landung.

Ausgesucht hat sie sich dafür gezielt einen Acker vor Köckte. "Es war abzusehen, dass ich landen musste. Das wenige Grün auf diesem Feld versprach ein sanftes Aufsetzen", berichtete Brandes, die aus der Nähe von Hildesheim stammt. Aufgesetzt sei ihr Segler mit einer Flügelspannweite von 15 Metern tatsächlich sehr sanft. Schäden an dem rund 70000 Euro teuren Fluggerät konnte sie nicht feststellen.

Mit dem Landen außerhalb des Flugplatzes habe Marianne Brandes schon ihre Erfahrungen, wie sie sagte: "Ich fliege nun schon seit 1977 und habe um die 3700 Flugstunden absolviert. Genau gezählt habe ich es nicht, aber auf einem Acker bin ich wahrscheinlich schon mehr als 100 Mal gelandet."

Aufgeregt wirkte Brandes nach ihrer Landung vor Köckte nicht. Für Segelflugzeug-Piloten gehöre diese Übung zum Standardwissen. Bereits in der Flugschule werde ein solches Manöver mit dem Lehrer geübt. Segelflieger hätten das Recht, auf Äckern zu landen, wenn dies notwendig sei.

45 Kilometer fehlten bis zum Ziel

Der Aufwind ging Marianne Brandes ausgerechnet auf dem Heimflug aus. Gerade einmal 45 Kilometer seien es noch bis zu ihrem Ziel, dem Flugplatz in Wilsche bei Gifhorn in Niedersachsen gewesen. Gestartet ist sie dort einige Stunden zuvor mit 40 anderen Segelflugzeugpiloten zu einem Wettbewerb. Rund 400 Kilometer galt es am Himmel über der Altmark zurückzulegen. "Gut fünf Stunden war ich in der Luft", sagte Brandes.

Auf dem Acker musste sie dann rund eineinhalb Stunden warten, bis ihr Lebensgefährte mit dem Auto und dem passenden Anhänger kam, um die Pilotin und ihren Flieger abzuholen. Verärgert war sie aber nicht, sondern sah die unplanmäßige Landung eher sportlich: "Das ist etwas völlig Normales."