Klötze l Stellen Sie sich vor: Sie müssen zur Arbeit und stehen wie gewohnt morgens unter der Dusche. Doch alles Drehen am Wasserhahn nützt nichts, aus dem Duschkopf fällt kein Tropfen. Dieses ärgerliche Erlebnis hatten in den vergangenen Tagen unter anderem Einwohner von Trippigleben, Köckte, Dannefeld und Miesterhorst. Grund dafür waren unberechtigt geöffnete Unterflurhydranten.

Bei den Mitarbeitern des Klötzer Wasserverbandes sorgen die nächtlichen Störaktionen für Unverständnis und Kopfschütteln. Geschäftsführerin Birgit Lange fragt: "Wer macht so etwas und warum?"

Wasser nutzlos verschwendet

Fast in jeder Nacht wird wieder ein Hydrant aufgedreht. In der Nacht zum Dienstag war eine Wasserleitung zwischen Trippigleben und Dannefeld betroffen. Davor trieben der oder die Täter ihr Unwesen bei Jeggau und Miesterhorst.

"Das Wasser strömt dann sinnlos aus dem Boden, und bei den Kunden kommt kaum noch was an", erläutert Birgit Lange. "Irgendwer fährt hier nachts umher und dreht Schieber auf." Diese würden sich außerhalb von Ortschaften an Verbindungsleitungen in Straßennähe befinden.

Der Verband erfährt meist nur zufällig davon, wenn jemand unterwegs das Wasser sprudeln sieht oder Kunden auf dem Trockenen sitzen. Bereitschaftsdienste müssen dann losgeschickt werden, um die Ursache zu suchen.

Racheakt nicht ausgeschlossen

"Das ist ärgerlich für die Mitarbeiter und kostet zusätzliches Geld", ärgert sich Birgit Lange. Außerdem versickere viel Wasser unnütz im Boden. "Durch einen geöffneten Hydranten können schon mal 800 Liter pro Minute abfließen", sagt sie.

Zusammen mit dem Wasserverband Gardelegen, dessen Versorgungsgebiet ebenfalls betroffen ist, hat die Klötzer Geschäftsführerin bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

"Vielleicht macht sich da jemand einen Jux draus, die Schieber aufzudrehen und so den Verband und die Leute zu ärgern. Oder es ist eine Art Wasserteufel, der wie ein Feuerteufel Aufmerksamkeit erregen möchte", vermutet Birgit Lange. Konkrete Anhaltspunkte zu den Verursachern hat sie noch nicht.

Sicherheitsmaßnahmen werden geprüft

Auch ein Racheakt kann derzeit nicht ausgeschlossen werden. Jedoch kann sich Birgit Lange einen solchen emotionalen Auslöser für diese Taten bei jemandem aus dem Klötzer Bereich nicht vorstellen.

Die Verbandschefin und ihr Team prüfen derzeit, wie solche Attacken auf das Trinkwasser verhindert werden können. Eine Möglichkeit wäre, die Hydranten mit einer Art Kralle zu verschließen, die von Unbefugten nicht gelöst werden kann. Um den oder die Täter zu stellen, bittet Birgit Lange die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit.

Wer Auffälliges im Bereich eines Hydranten gesehen hat oder künftig bemerkt, sollte die Polizei oder den Wasserverband verständigen. Die Telefonnummern: 03909/4010 (Polizei), 03909/473310 (Wasserverband).