Über das Förderprogramm "Aktiv zur Rente Plus" werden im Gebiet der Stadt Klötze aktuell zwölf Personen beschäftigt. Doch die Maßnahme endet bald. Inbesondere der Museumsverein Böckwitz bedauert den Verlust der helfenden Hände und droht gar mit der Schließung, sollte es keinen Ersatz geben.

Klötze l Das Land Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr das Programm "Aktiv zur Rente Plus" aufgelegt. Im Rahmen dessen erhalten Langzeitarbeitslose, die älter als 50 Jahre sind, eine Beschäftigung, die von öffentlichem Nutzen ist (siehe Infokasten). Das Interesse an solchen Erwerbsfähigen war im Bereich der Stadt Klötze relativ groß. So wurden sechs Förderanträge gestellt, wie Iris Fuchs, Pressesprecherin des Jobcenters in Klötze, auf Nachfrage mitteilt. Immerhin zwölf Personen fanden eine Beschäftigung, darunter eine beim Fremdenverkehrsverein Jeetze-Ohre-Drömling, vier in der Holzwerkstatt in Klötze, zwei im Böckwitzer Museum und drei in Klötzer Grundschulen. Letztgenannte übernahmen beispielsweise die Schulhofaufsicht, wie Haupt- und Kämmereiamtsleiter Christian Hinze-Riechers erklärt.

So weit, so gut. Doch das Förderprogramm läuft spätestens am 30. Juni aus. Für die Stadt Klötze scheint das nicht allzu schlimm zu sein. So weist Christian Hinze-Riechers darauf hin, dass durch den baldigen Wegfall der drei Stellen in den Grundschulen keine Probleme entstehen werden, da es sich eben lediglich um "zusätzliche" Kräfte gehandelt habe. Das Pensum werde künftig wieder von der Stammbelegschaft übernommen und sei zu schaffen.

Ganz anders dürfte es wohl beim Fremdenverkehrsverein Jeetze-Ohre-Drömling aussehen, der sich nun überlegen muss, wie die Geschäftsstelle im Kunrauer Schloss, die zuletzt lange von Inge Bohndieck betreut wurde, besetzt wird. An Sonntagen wird diese Aufgabe bereits seit einigen Monaten von Mitgliedern des Kulturklubs Drömling übernommen.

Und auch beim Böckwitzer Museumsverein wird man die beiden Helfer, deren Zeit bereits zu Ende gegangen ist, schmerzlich vermissen, wie Vorsitzende Ingrid Schumann betont. Denn: "Die Arbeit wird nicht weniger, sondern mehr. Hier gibt es immer was zu tun. Das Gelände. Der Garten. Wir haben jeden Tag geöffnet und brauchen dringend Leute. Alleine ist das nicht zu schaffen." Mit der Bitte um neues Personal habe sie sich deshalb auch schon an die Stadt Klötze, den Landrat und die Landtagsabgeordneten gewandt. Ingrid Schumann stellt klar: "Wenn sich nichts tut, dann machen wir zu."

Sollte die Vorsitzende des Böckwitzer Museumsvereins im Ringen um neue Helfer auf ein Nachfolgeprogramm für "Aktiv zur Rente Plus" setzen, dann ist diese Hoffnung vergebens. Denn das werde es nicht geben, wie Iris Fuchs informiert.

Den Frauen und Männern, die über das Programm beschäftigt waren, stünden laut Iris Fuchs nun übrigens mehrere Möglichkeiten offen, etwa eine andere weiterführende Maßnahme oder eventuell der Renteneintritt.