Ein relativ ruhiges Jahr liegt hinter der Beetzendorfer Wehr, die 2010 zu 21 Einsätzen ausrücken musste. Wehrleiter Lars Dorendorf zog während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend eine rundum positive Bilanz.

Beetzendorf. Vier Einsätze weniger als noch 2009 verzeichnete die Beetzendorfer Feuerwehr im vergangenen Jahr. Insgesamt 21-mal mussten die Kameraden ausrücken, davon zehnmal zu Brandeinsätzen. "Zwei Waldbrände waren darunter, wobei glücklicherweise keine größeren Flächen in Mitleidenschaft gezogen wurden", berichtete Wehrleiter Lars Dorendorf während der Jahreshauptversammlung am Freitagabend. Anders sah dies allerdings beim Großbrand rund um Bombeck aus, der im Sommer je 25 Hektar Wald und Getreidefeld verwüstete. Doch zu dem wurden die Beetzendorfer Kameraden überraschenderweise nicht hinzugezogen.

Am 30. Juli brannte ein Getreidefeld zwischen Jeeben und Bandau. "Hier waren wir 227 Minuten im Einsatz", berichtete Lars Dorendorf. Drei weitere Einsätze gingen auf das Konto von Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen, achtmal musste technische Hilfe geleistet werden. "Darunter fielen zweimal das Beseitigen ausgelaufener Flüssigkeit, eine Dachbereinigung von Schnee, ein Wasserrohrbruch, einmal ausströmendes Gas, zwei Sturmschäden und ein Einsatz am 23. Dezember wegen umgestürzter Bäume infolge des Eisregens", zählte der Wehrleiter auf.

Zählt man die Einsatzzeiten der Kameraden zusammen, kommt man auf die stolze Bilanz von 52,5 Stunden. Insgesamt waren 234 Beetzendorfer Brandbekämpfer mit 48 Fahrzeugen im Einsatz. "Das sind im Schnitt 11,1 Kameraden und 2,2 Fahrzeuge. Wir konnten die Gruppenstärke also einhalten, das macht mich richtig stolz", freute sich Dorendorf.

"Ausrückeordnung bis 2012 überarbeiten"

Einsatzreichster Tag war der Sonnabend mit sechs Alarmierungen, gefolgt vom Donnerstag mit fünf sowie Dienstag und Mittwoch mit je vier. Die Mehrzahl der Alarmierungen erfolgte in den Tagstunden, 13-mal mussten die Kameraden zwischen sechs und 18 Uhr ausrücken.

Da immer weniger Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, regte der Wehrleiter eine Überarbeitung der Alarm- und Ausrückeordnung an. "Das muss für 2012 unbedingt in Angriff genommen werden", meinte Lars Dorendorf.

In Aus- und Weiterbildung sowie diverse Veranstaltungen investierten die Brandbekämpfer im vergangenen Jahr insgesamt 368,5 Stunden ihrer Freizeit. So bestand je ein Kamerad den Lehrgang Technische Hilfe I (35 Stunden), den Gruppenführerlehrgang (80 Stunden), den Zugführerkurs (76 Stunden) und den Lehrgang zum Leiter einer Feuerwehr (35 Stunden). Hinzu kommen die 45 Dienstabende zu je zwei Stunden, an denen die Feuerwehrleute teilnahmen.

Der Übergang der Trägerschaft von der Gemeinde auf die Verbandsgemeinde ist nach Einschätzung des Wehrleiters im Großen und Ganzen gut verlaufen. "Wir müssen uns jetzt vor allem darauf konzentrieren, neue Mitglieder für die Wehr zu gewinnen", mahnte Dorendorf.

Lobende Worte hatte Kreisbrandmeister Torsten Schoof für die Beetzendorfer Kameraden parat. "11,1 Kameraden im Schnitt bei den Einsätzen, das beeindruckt mich sehr", befand er. Zudem plädierte Schoof dafür, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und neue Wege zu finden, um die Einsatzbereitschaft auch künftig zu gewährleisten. Künftig werde nicht mehr jedes Dorf in der dünnbesiedelten Altmark in der Lage sein, die Pflichtaufgabe Brandschutz zu erfüllen. "Deshalb ist es sinnvoll, gewisse Zentren zu bilden, um die Aufgaben zu organisieren", meinte der Kreisbrandmeister.

Den Dank der Verbandsgemeinde für die geleistete Arbeit überbrachte VG-Bürgermeisterin Christiane Lüdemann, die an dem Abend gleich vier Feuerwehrversammlungen sowie den VG-Hallenfußballpokal auf dem Terminplan hatte und deshalb nur kurz in Beetzendorf vorbeischaute. Gemeinsam mit dem Wehrleiter überreichte sie Marcel Porzelle und Daniel Walter die Beförderungsurkunden zum Oberfeuerwehrmann beziehungsweise Feuerwehrmann. Tim Reuschel, der zum Hauptfeuerwehrmann befördert wurde, erhält seine Urkunde zu einem späteren Zeitpunkt.

Eine besondere Überraschung wartete zudem auf die beiden Ehrenmitglieder der Wehr Rainer Neubauer und Rüdiger Schulze sowie den Beetzendorfer Manfred Wunder. Die drei hatten im vergangenen Jahr das Dachgeschoss des Gerätehauses in Eigenregie umgebaut, so dass hier jetzt die alten Uniformen und Musikinstrumente, historische Feuerwehrutensilien sowie die Kostüme der Theatergruppe untergebracht werden können. Zum Dank gab es einen prall gefüllten Präsentkorb.