Klötze. Dass die Nachbarn aus Angst vor der Feuerwehr die Polizei zu Hilfe rufen, passiert nicht alle Tage. So geschehen, als Stadtwehrleiter Rüdiger Wührl und seine Ausbilder das Gelände für Übungen inspizierten: Sie waren in der ehemaligen Grundschule an der Wasserfahrt in Klötze unterwegs, einer Runine die in naher Zukunft abgerissen werden soll.

Benötigt wird diese Lokalität für die praktischen Übungen der künftigen Truppführer, die derzeit bei der Klötzer Feuerwehr in ihrer Freizeit eine entsprechende Ausbildung absolvieren. Wührl sagte im Rahmen der Begrüßung: "Ich bin sehr froh, dass wir diese Gelegenheit haben, um dort unter realitätsnahen Bedingungen Feuerwehreinsätze zu üben." Realitätsnah – das bedeutet, dass die Feuerwehrleute auch die eine oder andere Tür einschlagen werden – so wie es im Falle eines Löscheinsatzes manchmal notwendig ist.

Dass die Nachbarn Angst vor Menschen haben, die in dem leer stehenden Gebäude Türen zerstören wollen, mag da nicht einmal verwundern. "Und das, obwohl wir die Schlüsselgewalt haben und auf das Grundstück dürfen", erzählte Wührl die erste Anekdote zum Lehrgang, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal begonnen hatte.

Neben der praktischen Ausbildung steht auch jede Menge Theorie auf dem Plan für die 26 angemeldeten Feuerwehrleute – 2 Frauen und 24 Männer. Sie werden an den kommenden Wochenenden insgesamt 35 Ausbildungsstunden absolvieren. "Damit ich nicht in der ganzen Zeit während des Lehrgangs erzählen muss, habe ich ein bewährtes Team aus sechs Kameraden dazugeholt", kündigte Rüdiger Wührl an: Mit von der Partie sind daher Mirko Pickert, Sebastian Langner, Stefan Hartung, Stefan Schmidt, Stefan Lange und Thomas Paul.

Sie werden gemeinsam mit dem Stadtwehrleiter die zukünftigen Truppführer über gesetzliche Grundlagen, über Löschmittel, Fahrzeuge, Gefahren an der Einsatzstelle, den Brandsicherheitswachdienst, ABC-Gefahrenstoffe, und technische Hilfeleistung informieren und in die Löscheinsatzlehre einweisen. Am letzten Lehrgangstag, dem 19. Februar, steht neben einer Lehrgangsauswertung auch eine "Lernerfolgskontrolle" auf dem Stundenplan.

Ebenfalls am ersten Ausbildungstag am Sonnabend – der zweite folgte am gestrigen Sonntag – war Bürgermeister Matthias Mann zur Begrüßung um 8 Uhr morgens erschienen. Er sicherte den Anwesenden die Unterstützung der Einheitsgemeinde für die Feuerwehren zu: Der Brandschutz sei eine der wichtigsten Aufgaben für die Kommune. Mann: "Wohl dem der Ihre Hilfe nicht braucht – aber im Fall der Fälle kommt es auf Sie an!" Mann lobte den Einsatz Wührls und seiner Unterstützer – ohne solches Engagement hätten Referenten für teures Geld eingekauft werden müssen.

Mit der Bildung der Einheitsgemeinde hat sich auch die Struktur der Feuerwehr geändert. Wie Rüdiger Wührl informierte, werde die Truppführerausbildung in Zukunft in Klötze stattfinden, während die Truppmannausbildung wie gehabt auch in Jahrstedt stattfinden soll.