Nicht alle Wünsche in Sachen Feuerwehr-Ausstattung konnten von der Verbandsgemeinde (VG) als neuem Träger im vergangenen Jahr erfüllt werden. Im Haushalt fehlten einfach die Erfahrungswerte, und unerwarteter Reparaturbedarf an Fahrzeugen machte zusätzlich einen Strich durch die Rechnung. Dennoch ist die VG einen großen Schritt vorangekommen. So sind jetzt alle Wehren mit der vorgeschriebenen Schutzkleidung nach der Hupf-Norm ausgestattet.

Rohrberg. Die orangefarbene Schutzbekleidung, die einige Feuerwehren der Region noch in ihrem Bestand hatten, darf seit diesem Jahr nicht mehr verwendet werden. Ersatz musste die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf, die für die Wehren verantwortlich ist, deshalb in Form von kompletten Kleidungssätzen nach der vorgeschriebenen Hupf-Norm beschaffen. "180 Hosen und 210 Jacken haben wir 2010 gekauft. Damit ist die Umrüstung abgeschlossen", berichtete Winfried Arndt, für die Feuerwehren verantwortlicher Mitarbeiter der VG, während der Jahreshauptversammlung der Rohrberger Kameraden.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr nach seinen Angaben 60 000 Euro für Dienst- und Schutzbekleidung ausgegeben. Dazu kommt noch einmal die gleiche Summe für die Fahrzeughaltung und 17 000 Euro für Kraft- und Schmierstoffe. 32 000 Euro flossen in die Geräte und Ausstattungen, darunter 15 000 Euro in Reparaturen. "Weil am Anfang des Jahres nicht absehbar war, welche Reparaturen anfallen werden, konnten wir einige der geplanten Beschaffungen letztlich nicht realisieren", berichtete Winfried Arndt. Von den Feuerwehren sei dafür jedoch Verständnis aufgebracht worden.

Überhaupt sei er sehr überrascht über die konstruktive Mitarbeit der Wehren bei der Aufstellung des Haushalts gewesen. So sei gemeinsam entschieden worden, statt 14 neue Sauglängen anzuschaffen, diese aus dem vorhandenen Bestand untereinander zu tauschen und somit Geld zu sparen.

Das von einigen Wehren befürchtete "Fahrzeugroulette" im Zuge der Übernahme durch die Verbandsgemeinde sei ausgeblieben. "Wenn Geräte und Fahrzeuge umgetauscht werden, dann ausschließlich mit dem Einverständnis der Kameraden", versicherte Winfried Arndt noch einmal. Schließlich sei der VG klar, dass einseitiges Handeln schlimme Folgen hätte. "Dann hängen die Einsatzjacken gleich mit am Gerät dran", meinte der VG-Mitarbeiter.

Im gegenseitigen Einvernehmen seien zwei Pumpen der abgemeldeten Peertzer Feuerwehr, die in Bandau lagerten, an die Feuerwehr Stapen übergeben worden. Zudem hat die Jeebener Wehr ihren alten B 1000 abgegeben. "Der wird jetzt von Verbandsgemeindewehrleiter Bert Juschus als Dienstfahrzeug genutzt", erläuterte Winfried Arndt.

Zweckgebundene Spenden sind möglich

Ölbindemittel und Schaumpatronen werden künftig in Rohrberg und Diesdorf zentral für die Verbandsgemeinde-Wehren gelagert. "Eventuell demnächst auch das Schaummittel in großen Gebinden, da sind wir noch in Gesprächen", berichtete Arndt.

Von den Anschaffungen 2010 hob der VG-Mitarbeiter besonders den neuen Leckdichtsatz für die Diesdorfer Wehr, die digitalen Sirenenempfänger für die Winterfelder Kameraden und die neuen Funkgeräte für die Feuerwehr Schadewohl hervor. Zudem erhielten die Feuerwehren Abbendorf und Altensalzwedel zwei Stromerzeuger.

"Wichtig war auch, dass wir einheitliche Satzungen für alle Feuerwehren in der Verbandsgemeinde hinbekommen haben", erklärte Arndt. Der kleine Streitpunkt, ob auch die Mitglieder der Musikzüge zur Wehr gehören, sei schnell ausgeräumt worden. "Sie sind auch Feuerwehrkameraden, genauso wie die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilungen und der Jugendwehren", machte er klar. Zudem wies Arndt noch einmal darauf hin, dass sämtliche von den Wehren organisierten Veranstaltungen, auch das Osterfeuer oder das Maibaumaufstellen, über die Feuerwehrunfallkasse abgesichert sind. Einzige Voraussetzung: Sie müssen im Dienstplan verzeichnet sein.

Auch Sach- und Geldspenden an die einzelnen freiwilligen Feuerwehren seien nach wie vor möglich. Überweisungen sind an die Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf unter Angabe der zu bedenkenden Wehr zu richten. "Das Geld kommt dann auf ein Verwahrkonto und wird zweckgebunden ausschließlich für die betreffende Wehr eingesetzt", versprach Winfried Arndt.