Scharfe Kritik übte Ristedts Ortswehrchef Guido Jacob während der Jahreshauptversammlung am Sonnabend an der neuen Ausrückeordnung und an Stadtwehrleiter Rüdiger Wührl. Er befürchtet eine Schließung der kleinen Feuerwehren auf Raten.

Ristedt. Guido Jacob hat seit der Umstrukturierung der Wehren auf Grund der Gründung der Einheitsgemeinde Probleme mit der Ausrückeordnung ausgemacht. Er fragte, warum im Ernstfall nicht mehr der Dreierverbund der Nachbarwehren Immekath, Ristedt und Dönitz alarmiert werde, sondern nur noch die Wehr, in deren Ort der Einsatz erforderlich ist, und die Klötzer Feuerwehr. "Wir sind nicht schlechter ausgebildet als die Klötzer Feuerwehrleute", verdeutlichte Guido Jacob. "Es kann nicht sein, dass nur Klötze alarmiert wird, aber nicht Ristedt. Wir wollen nicht nach hinten abgeschoben werden."

Sterben auf Raten

Der Ristedter befürchtet eine beabsichtigte Schließung der kleinen Feuerwehren in den Dörfern auf Raten und bittet deshalb Stadtwehrleiter Rüdiger Wührl, die Ausrückeordnung zu überdenken.

In seinem Bericht zog Guido Jacob ansonsten eine positive Bilanz für 2010. Zu zwei Einsätzen rückte die Ristedter Wehr aus. Einmal mussten abgebrochene Äste nach einem Sturm von der Straße geräumt werden. Der zweite Einsatz machte den Wehrleiter besonders stolz. Dabei ging es um den Stromausfall an den Festtagen: "80 Prozent unserer Kameraden traten unaufgefordert ihren Dienst an. Sie machten Kontrollfahrten, gaben warme Getränke im Gerätehaus aus", freute sich Guido Jacob.

Hintergrund: Bei einem Stromausfall muss nach einer Stunde das Feuerwehrhaus besetzt werden, um Bedürftigen Hilfe zu leisten.

"Wir sollten nach den jüngsten Erfahrungen über den Transport älterer Menschen zum Gerätehaus nachdenken", regte der Wehrchef an und informierte, dass die Sirene im Ort auf digitale Steuerung umgerüstet worden ist. Derzeit gehören zur Ristedter Wehr 53 Mitglieder, darunter 32 Männer, 7 Frauen und 7 in der Alters- und Ehrenabteilung.

Über die Aufgaben des Notfallteams referierte danach Klaus Pacholik. "Notfallseelsorge ist erste Hilfe für die Seele", betonte er. Die Notfallseelsorger kommen immer dann zum Einsatz, wenn es um die Betreuung Betroffener und Beteiligter bei schweren Unfällen oder Schicksalsschlägen geht. Sie sollen Traumata verhindern, sollen helfen, Ängste abzubauen und eigene Bewältigungsstrategien greifen zu lassen. Pacholik riet den Feuerwehrleuten, diese Hilfe bei Bedarf in Anspruch zu nehmen.

Anschließend sind Tom Neuling und Johannes Fritsche zum Oberfeuerwehrmann und Andreas Gerke zum Oberlöschmeister befördert worden. Für ihre zehnjährige Mitgliedschaft in der Wehr wurden geehrt: Matthias Klopp, Steven Höhns, Andreas Diebe und Jens Franke. Eine besondere Ehrung erfuhr Hans-Jürgen Thiel, der seit 50 Jahren dabei ist.

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