Klötze/Oebisfelde. Das Interesse ist auf beiden Seiten sehr groß: Vertreter der Städte Klötze und Oebisfelde-Weferlingen wollen den Ausbau des Teilstücks der Landesstraße 22 zwischen Buchhorst und Wassensdorf vorantreiben. "Das ist während der Vorstandssitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Rund um den Drömling am Dienstag im Buchhorster Dorfgemeinschaftshaus deutlich geworden", sagte gestern Karl-Heinz Kull, Leiter der Stabsstelle im Klötzer Rathaus und Vorsitzender der LAG. "Zwar sind Landstraßen nicht Bestandteil des Leaderkonzeptes, dennoch sehe ich es als unsere Pflicht an, uns als LAG hier mit einzubringen." Grund: Die Entwicklung des ländlichen Raumes und das Zusammenwachsen der LAG-Region, zu der Oebisfelde-Weferlingen gehört, zählen zu den Hauptaufgaben der Aktionsgruppe. Und die L 22 ist zwischen Buchhorst und Wassensdorf eine der schlimmsten Straßen im Land, alle anderen Bereiche sind bereits ausgebaut.

"Nicht nur für Berufspendler ist diese Straße sehr wichtig, sondern auch für die Entwicklung des Tourismus und das Gewerbe", erläuterte Karl-Heinz Kull.

Das auszubauende Teilstück ist rund 1,3 Kilometer lang, enthält aber zwei kleine Brücken über Gräben. Allein die Sanierung dieser Überführungen würde geschätzte 1,7 Millionen Euro kosten, etwa dieselbe Summe käme für den grundhaften Ausbau der Straße hinzu. Denn allein mit einem Dünnschichtbelag ist die Sache nicht getan. Darin waren sich alle Teilnehmer der Beratung nach einer Besichtigungstour einig.

Klötzes Bürgermeister Matthias Mann kritisierte in dem Zusammenhang den Verteilungsschlüssel für Fördermittel. Künftig soll das Geld nach der Anzahl der Fahrzeugzulassungen pro Region gehen. "Wir haben vergleichsweise wenig Zulassungen, aber viele Straßen", begründete Kull.

Uwe Langkammer, Dienststellenleiter des Landesbetriebes Bau (LBB), Niederlassung Mitte, stellte eine erneute Verkehrszählung in Aussicht.Der Landtagsabgeordnete Uwe Harms verwies auf Rettungsfahrzeuge, die diese Strecke in Richtung Wolfsburg nutzen. "Zum Teil gab es aber auch ernüchternde Aussagen, die wenig Hoffnung machten", sagte Karl-Heinz Kull.

Oebisfeldes Bürgermeisterin Silke Wolf gab zu bedenken, dass der LBB berücksichtigen sollte, "dass die Menschen in der Fläche auf eine gute Infrastruktur noch mehr angewiesen sind als diejenigen in der Stadt". Das bedeute, dass auch eine vielleicht etwas weniger befahrene L 22 genauso wichtig sein könne, wie eine stark befahrene Straße zwischen größeren Orten. "Gemeinsam mit Bürgermeister Matthias Mann werde ich den Ausbau der Landesstraße weiter in Erinnerung rufen. Wir werden dazu auch ein Schreiben aufsetzen" kündigte sie an. Karl-Heinz Kull schlug vor, beide Städte erstellen ein Positionspapier. Unterstützend wird ein Forderungskatalog erarbeitet. Denn: "Es handelt sich hier um eine lebenswichtige Verkehrsverbindung."