Von Uta Elste

Salzwedel. "Das ist meine Zeit" - unter diesem Titel zeigt das Danneilmuseum bis Mitte April Bilder des Salzwedeler Malers Karl-Heinz Franke. Die Vernissage findet am kommenden Freitag, 25. Februar, ab 17 Uhr statt.

Am 6. März wäre Karl-Heinz Franke 85 Jahre alt geworden. "Wir hatten schon zahlreiche Nachfragen, ob wir aus diesem Anlass nicht etwas machen wollen, zumal unsere Mutter ja ebenfalls 80 Jahre alt geworden wäre", erzählte sein Sohn Heiko Franke gestern. Also habe er gemeinsam mit seiner Schwester Petra die vielen Bilder gesichtet, die beim Umzug der Eltern von der Großen Pagenbergstraße an die Mittelstraße eingelagert worden seien. Ihr Ziel sei gewesen, einen möglichst repräsentativen Querschnitt aus dem Schaffen des Vaters vorzustellen.

Karl-Heinz Franke absolvierte erst eine Ausbildung als Maschinenschlosser, wurde im Zweiten Weltkrieg zur Kriegsmarine eingezogen und bald nach Kriegsende Lehrer. 1950 bis 1955 studierte er Kunstgeschichte, Grafik, Malerei und Pädagogik in Leipzig und Dresden. Ein Jahr später heiratete er seine Frau Margareta. Bis 1962 war er Dozent für Kunstgeschichte und bildende Kunst an der Arbeiter- und Bauernfakultät in Dresden, dann kehrte er nach Salzwedel zurück. Bis zum Ruhestand 1991 war Karl-Heinz Franke als Lehrer tätig, erst an der Erweiterten Oberschule, dem heutigen Jahngymnasium, dann an der Thälmann-Oberschule.

Karl-Heinz Franke hatte sich schon kurz nach Kriegsende dem Künstlerkreis um Paul Waligora angeschlossen. In den folgenden Jahren waren seine Bilder in zahlreichen Orten in diversen Ausstellungen zu se-hen, entweder als Einzelausstellung oder gemeinsam mit seinen "Kollegen" Paul Waligora, Heinz-Werner Krogel und Siegfried Jagenholz. Sein größtes Werk war lange Jahre im Speisesaal des VEB Erdgasförderung zu sehen - ein 14 Meter breites und 4 Meter hohes Emaillewandbild. Das Bild wurde nach dem Gebäudeverkauf abgenommen und eingelagert, später jedoch zu großen Teilen zerstört. Einige Platten werden ab Freitag in der Ausstellung des Danneilmuseums zu sehen sein.

Außerdem haben die Besucher Gelegenheit, den Karikaturisten Karl-Heinz Franke kennenzulernen, der mit "spitzer Feder" seine Gedanken zur Zeit zu Papier brachte, den Salzwedeler mit Leib und Seele, der mit seinen Bildern eine Art Chronik seiner Heimatstadt schuf, Gebäude, Straßenzüge und Fabriken im Bild festhielt, die heute nicht mehr existieren. Und immer wieder altmärkische Landschaften, Porträts und daneben auch Emaillebilder.

Über den Titel "Das ist meine Zeit" habe man lange nachgedacht, fügt Heiko Franke hinzu. Aber er habe eben seine Zeit in seinen Bildern festgehalten. Wenn die Ausstellung im Danneilmuseum auf gute Resonanz stoße, sei eine Wiederholung an anderen Orten nicht ausgeschlossen.