Morgen entscheidet der Beetzendorfer Gemeinderat über die Um- und Neubaupläne für das Verwaltungsgebäude im Marschweg. Die sollen die Gemeinde lediglich knapp 164 000 Euro kosten, die für den Einbau der Bibliothek fällig sind. Weitere 715 000 Euro werden als Kredit aufgenommen, der über 20 Jahre von der Verbandsgemeinde getilgt wird.

Beetzendorf. Aus Beetzendorfer Sicht kann es nur ein Ja zu den aktuellen Um- und Neubauplänen für das Verwaltungsgebäude am Marschweg geben, davon ist Bürgermeister Heinrich Schmauch felsenfest überzeugt. Zum einen habe die Gemeinde ein Interesse daran, dass die Verwaltung in Beetzendorf bleibt. "Das bedeutet Leben und auch ein bisschen Kaufkraft", meinte der Ortschef am Montag während eines Pressetermins mit Bauamtsleiter Eberhard Küster und Planer Sven Rühlmann. Zum anderen biete sich die Gelegenheit, die Beetzendorfer Bibliothek mit barrierefreiem Zugang in das geplante Bürgerzentrum zu integrieren und damit zukunftssicher zu machen.

Die Kosten für die Gemeinde sind überschaubar. Etwa 164 000 Euro muss sie als Anteil für den Bibliothekseinbau aufbringen. "Für dieses Geld würden wir das nirgendwo anders hinbekommen. Wenn wir mit der Bibliothek in ein altes Gebäude ziehen, dieses vorher entkernen und herrichten, würde mindestens eine halbe Million Euro fällig", ist sich Schmauch sicher. Zudem sei ungewiss, ob dann Fördermittel fließen.

Sowohl für den brand- und arbeitsschutzgemäßen Umbau des bestehenden Verwaltungsgebäudes als auch für das neue Bürgerzentrum steht eine Förderung über jeweils 350 000 Euro in Aussicht. Doch um das Geld beantragen zu können, müssen morgen zunächst die Beetzendorfer Gemeinderäte den Plänen zustimmen und dann die kompletten Unterlagen bis Ende des Monats beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) eingereicht werden. Kommt die Förderung, verbleiben bei der Verbandsgemeinde (VG) als Mieter voraussichtliche Restkosten von 715 000 Euro. Als Eigentümer und Bauherr will die Gemeinde die- se Summe zunächst über einen Kredit finanzieren, der dann über 20 Jahre durch die VG abgezahlt wird. 48 000 Euro wären das jährlich, so viel wie auch derzeit schon an Miete an die Gemeinde überwiesen wird. "Da wir daraus keine Rücklagen bilden können, ist die VG zudem für die Unterhaltung des Gebäudes verantwortlich", ergänzte Schmauch.

Vorwürfe, mit den Um- und Neubauplänen würden Fördermittel verprasst, wie sie Jübars Bürgermeister Carsten Borchert kürzlich erhoben hat, wies der Beetzendorfer Ortschef zurück. "Das kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Es sei denn, er hält die Bibliothek für Verschwendung, dann muss er das aber auch klar sagen", entgegnete Heinrich Schmauch.

In den vergangenen Wochen wurden die Baupläne zudem rigoros abgespeckt und auf das absolut Notwendige reduziert. So schrumpfte der zweigeschossige Neubau mit 759 Quadratmeter Nutzfläche auf einen Eingeschosser mit 624 Quadratmeter. Der Verbinder zum alten Gebäude wird wesentlich kürzer sein und auch ein Fahrstuhl ist nicht mehr nötig. Von ursprünglich veranschlagten 1,1 Millionen Euro Kosten für den Neubau sei man damit auf 879 000 Euro runter, rechnete Planer Sven Rühlmann vor.

Fest steht aber auch: Ohne Fördermittel wird nicht gebaut. Geben der Beetzendorfer Rat und danach das ALFF grünes Licht, kann voraussichtlich ab Herbst die Errichtung des Neubaus erfolgen. In diesen zieht dann provisorisch die gesamte Verwaltung, während das alte Gebäude umgebaut wird. Ende 2012 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.