Ohne größere Änderungen passierten die neuen Satzungen für die Nutzung der Bibliotheken in Klötze und Kunrau am Mittwoch den Stadtrat. Das war auch nicht anders zu erwarten. Überraschend war dagegen die Wortmeldung des Jahrstedters Karl-Heinz Schmidt, der während der Einwohnerfragestunde seinen Ärger vortrug.

Klötze. "Vieles läuft nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben." So leitete Karl-Heinz Schmidt, Ortschaftsratsmitglied in Jahrstedt, seine Stellungnahme während der Einwohnerfragestunde ein. Er war zusammen mit seinem Amtskollegen Hans-Jürgen Schulze in das Klötzer Rathaus gekommen, um den Stadträten seine Meinung zu sagen. Zwar ließen seine Ausführungen eine konkrete Frage, wie es in der Einwohnerfragestunde erforderlich ist, vermissen. Doch ließ ihn Stadtratsvorsitzender Klaus Ewertowski gewähren.

"Wir wollten alle die Einheitsgemeinde nicht", sagte Schmidt, doch müssten Einwohner der kleineren Dörfer jetzt mehr bluten als die Klötzer. Als Beispiel führte er die Hundesteuer an: "Dass wir mehr bezahlen müssen, war klar. Doch ein Anstieg von 14 auf 42 Euro ist zu viel." Er bat die Stadträte darum, bei künftigen Beschlüssen wie dem über die Dorfgemeinschaftshäuser daran zu denken: "Wird es zu teuer, gehen die Leute gleich in die Gaststätte."

Zudem würden hohe Abgabekosten ehrenamtlich Tätige demotivieren. "Warum soll ich helfen, wenn ich mehr Gebühren bezahlen muss?", fragte Karl-Heinz Schmidt. Zum Beispiel sei für die Pflege des Fußbodens im Jahrstedter Saal kein Geld da. Zwar sehen sich die Vereine in der Pflicht, aber auch das werde immer schwieriger.

Bürgermeister Matthias Mann bot den Jahrstedtern an, an einer der nächsten Ortschaftsratssitzungen teilzunehmen, um Fragen der Räte zu beantworten.

Bei einem Pressegespräch sagte er gestern, er erwarte, "dass die Vereine die Säle säubern, wenn sie sie genutzt haben. Vereine mussten bisher für die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser bezahlen, das ist jetzt nicht mehr so." Doch das Positive werde vom Tisch gewischt. Wenn behauptet werde, in den Dörfern müsse mehr an Gebühren bezahlt werden als in Klötze, werde oft vergessen, dass die Klötzer bereits in den vergangenen Jahren mehr bezahlen mussten.

Und zum Thema Dorfgemeinschaftshäuser: "Das Ganze muss ein Geben und Nehmen sein", verdeutlichte Matthias Mann das Prinzip. "Wenn irgendwo weniger bezahlt werden muss, wie bei der Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser für ortsansässige Vereine, muss an anderer Stelle mehr Eigeninitiative erfolgen."

Lediglich Formulierungen sind danach bei den vorliegenden neuen Satzungen für die Benutzung der Bibliotheken in Klötze und Kunrau geändert worden. Einstimmig votierten die Stadträte für die Einführung der neuen Gebühren. Eine Jahreskarte für Erwachsene kostet demnach 10 Euro (wir berichteten), eine Familienkarte 18 Euro und die Monatsgebühr beträgt 2,50 Euro.