#NULL#Ein offener und neugieriger Minister für Gesundheit und Soziales war am Donnerstag im Oebisfelder Altenpflegeheim zu Gast. Norbert Bischoff ließ sich gern von der Leiterin des Hauses, Jutta Spuhl, durch das Heim führen und nahm sich anschließend Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Oebisfelde. Die verschiedenen Etagen des Hauses, in unterschiedlichen Farben gestaltet, die Zimmer und die Ausblicke auf viel Natur gefielen Sozialminister Norbert Bischoff gut. "Auch in den Zimmern ist viel Platz. Gut, wenn die Bewohner von zu Hause etwas mit hierhernehmen wollen. Ich bräuchte nur meine Gitarre. Die müsste mit", erzählte Bischoff während des Rundganges. Dass derzeit 61 Plätze im Dr.-Kurt-Reuber-Heim belegt sind, dass es 49 Einzel- und sechs Doppelzimmer gibt, erfuhr er bei der Besichtigung genauso wie die Tatsache, dass es neben Bewohnern, die unbedingt ein Einzelzimmer möchten, auch solche gibt, die ein Doppelzimmer vorziehen, weil sie nicht gern allein sein möchten. 15 Männer sind derzeit im Altenpflegeheim zu Hause, der Rest der Bewohner sind Frauen.

"Ich hätte das vorher nicht gedacht, aber ich finde inzwischen Wahlkampf gut. Dann komme ich nämlich auch mal in Häuser, wo ich sonst nie hinkommen würde", so Bischoff. Speziell Einrichtungen, wo es gut läuft, seien auf solchen Touren eine Bereicherung, und das hänge auch viel mit den Leuten zuammen, die dort beschäftigt sind. "Die wissen, wie es geht und können oft auch Tipps und Ideen geben, über die es sich lohnt nachzudenken", so der Minister.

In Oebisfelde kam dann die Frage auf, wie es in einer Stadt im ehemaligen Sperrgebiet mit der Akzeptanz einer kirchlichen Einrichtung wie dem Altenheim sei, dessen Träger die Diakonie Wolfsburg ist. "Die Akzeptanz ist gut, auch weil das Haus ja schon vor der Wende zu Oebisfelde gehörte", so Ralf-Werner Günther, Vorstand der Diakonie Wolfsburg. Damals habe es zwar das neue Gebäude nicht gegeben, das erst vor zwölf Jahren gebaut worden sei, das Haus Waldfrieden in Richtung Bösdorf habe es aber bis nach der Wende gegeben, 1992 war es von der Diakonie übernommen worden. Die Bewohner freuten sich 1998 über den Umzug direkt in die Allerstadt. "Durch diese gewachsene Beziehung ist das Verhältnis unserer Bewohner, Mitarbeiter, der Oebisfelder Bürger und der Stadtverwaltung sehr gut", betonte Heimleiterin Jutta Spuhl. Und diese Geschichte des Hauses führe zu einer weiteren Besonderheit, berichtete Pfarrer Martin Albroscheit, der sich um die Seelsorge im Haus kümmert. "Die Mitarbeiter sagen du zu den Bewohnern, und umgekehrt. Das ist kein mangelnder Respekt, sie kennen sich einfach schon sehr lange", erklärte er.

Minister Bischoff vertrat die Ansicht, das gerade im eher nichtkirchlichen Osten die Diakonie auch ein Türöffner sein könne, denn sie ermögliche es vielen Menschen, ein anderes Bild von Kirche zu bekommen. Das gelte auch für die Caritas, so der studierte Theologe.

Er dankte der Leiterin und den Mitarbeitern des Hauses für ihr Engagement und wünschte für die anstehende Erweiterung des Hauses viel Erfolg. Es sollen eine Demenzstation und eventuell auch Plätze für betreutes Wohnen geschaffen werden. "Altenpflege ist ein schwerer Beruf, aber einer, der persönliche Erfüllung bringen kann", sagte er.