Klötze. 25 Jahre lang an einem Arbeitsplatz, das ist in der heutigen Zeit schon eine Leistung. Iris Wienecke, Leiterin der Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek, kann darauf stolz sein. Gestern beglückwünschte sie dazu Klötzes Bürgermeister Matthis Mann, verbunden mit einem Dankeschön für ihr Engagement.

"Am 1. März haben Sie in der Klötzer Bibliothek mit der Arbeit begonnen und sind inzwischen als Leiterin noch heute dabei", sagte Matthias Mann, während er Iris Wienecke einen Blumenstrauß überreichte. Glückwünsche nahm sie auch von Hauptamtsleiter Christian Hinze-Riechers sowie Peter Hecht, Vorsitzender Personalrat der Stadtverwaltung, entgegen. "Ganz stimmt das mit dem Datum nicht", warf die Bibliothekarin ein, "denn der 1. März war 1986 ein Sonnabend. Mit der Arbeit habe ich also erst am 3. März in der Klötzer Bibliothek begonnen." Studiert hat Iris Wienecke von 1973 bis 1976 Bibliothekswesen in Leipzig. Anschließend arbeitete sie in einer Bibliothek in Staßfurt. Dort wäre sie auch noch geblieben, gab sie gestern zu, doch ihre Eltern in Buchhorst drängten darauf, dass sie wieder nach Hause kommt. "Ich bewarb mich in Klötze, und bekam kurze Zeit später eine Zusage", erinnert sich Iris Wienecke.

Sie hätte einige Monate eher in der Klötzer Bibliothek mit ihrer Arbeit beginnen können, doch das war nicht so einfach. Sie ist nicht der Mensch, der über Nacht seine Zelte abbrechen kann. "Zum 1. März war mir dann der richtige Zeitpunkt", erzählte sie. Der Anfang in Klötze fiel ihr nicht ganz leicht. "Ich musste mich erst einleben", erzählte sie.

Damals verfügte die Klötzer Stadt- und Kreisbibliothek, die ein Jahr zuvor in das historische Haus an der Breiten Straße gezogen war, noch über neun Mitarbeiterinnen. Hinzu kamen eine Reinigungskraft und ein Hausmeister. Die Kinderbibliothek war in anderen Objekten untergebracht. Zu dieser Zeit fuhr Iris Wienecke täglich von Buchhorst nach Klötze mit dem Zug. "Als Bibliothekarin liest man allgemein viel, um die Kunden zu beraten. In der Zeit habe ich aber besonders viel gelesen, denn im Zug hatte ich morgens und abends zirka 30 Minuten Zugfahrt dafür zur Verfügung", lächelt sie heute.

Am 1. Januar 1990 wurde Iris Wienecke mit der Leitung der Bibliothek betraut. Ganz leicht ist ihr die neue Herausforderung nicht gefallen, sie nahm diese aber an. Das Personal wurde weniger, heute ist sie mit Nadine Behrens allein im Haus, die Kinderbibliothek ist integriert, und die Räume und das Haus wurden in den Folgejahren immer wieder um- und ausgebaut sowie die Einrichtung erneuert. Schließlich hielt die Computertechnik ihren Einzug. "Das fiel mir nicht so schwer", erzählte die Bibliothekarin. "Die Arbeit ist jetzt leichter geworden, der Buchbestand übersichtlicher."

Neben Beratung und Ausleihe gehört zu Wieneckes Aufgabenbereich die Organisation von Lesungen und die Betreuung von Schulklassen in der Bibliothek.

Die Bibliothekarin liest noch heute gern, obwohl die Zeit dafür geringer geworden ist. "Ich muss ja nicht mehr Historienbücher oder Thriller lesen. Ich mag lieber Krimis und Gegenwartliteratur", sagte sie. Trotzdem können sich die Bibliotheksbesucher auch weiter auf ihre Empfehlungen verlassen. Gestern Morgen waren auch mehrere Stammbesucher in der Bibliothek, um ihr zum Dienstjubiläum zu gratulieren.