100 Jahre Internationaler Frauentag war dem Betriebsrat des Immekather Unternehmens Fricopan und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Anlass, den Mitarbeiterinnen mit kleinen Geschenken zu gratulieren.

Immekath. Wer gestern Mittag den Betrieb nach Frühschicht verließ oder aber zur Spätschicht ins Unternehmen kam, traf am Werkstor nicht nur auf Betriebsrat Andreas Höppner, sondern auch auf andere Mitglieder des elfköpfigen Fricopan-Betriebsrates. Sie gratulierten den Frauen mit kleinen Geschenken zu ihrem Ehrentag. "Wir wollen mit dieser Aktion aber auch auf die bevorstehenden Tarifverhandlungen in unserem Betrieb aufmerksam machen", kündigte Andreas Höppner an. Dafür hatten er und seine Mitstreiter sich mit Michaela Rosenberger, stellvertretende NGG-Vorsitzende aus Hamburg, und Holger Willem, NGG-Geschäftsführer aus Magdeburg, Unterstützung nach Immekath geholt.

Bei den anstehenden Tarifverhandlungen geht es dem Betriebsrat vor allem darum, den Mindestlohn für alle Mitarbeiter auf wenigstens 8,51 Euro je Stunde anzuheben. "Aber wir müssen auch die prozentuale Erhöhung der Löhne verhandeln, wie auch die Zukunftssicherung, sprich die Arbeitsplätze, aller Mitarbeiter", erklärt Andreas Höppner das Ziel der Tarifverhandlungen.

Bereits seit 2007 nutzt der Betriebsrat bei Fricopan den Internationalen Frauentag, um sich mit einer solchen Aktion wie gestern bei seinen weiblichen Mitarbeitern zu bedanken. Und das kommt nicht von ungefähr, denn allein im elfköpfigen Betriebsrat arbeiten fünf Frauen mit, fast die Hälfte der etwa 550 Fricopan-Beschäftigte sind Frauen und etwa 80 Prozent der gesamten Belegschaft sind Mitglieder in der NGG-Gewerkschaft.

Den hohen Grad der gewerkschaftlichen Organisiertheit erklärt Andreas Höppner damit, dass der Betriebsrat in den vergangenen Jahren für alle Beschäftigten unheimlich viel erreicht hat. Lag der Stundenlohn vor ein paar Jahren noch bei 5,40 Euro pro Stunde, so werden heute wenigstens 8,40 Euro pro Stunde gezahlt. Auch bei den Urlaubstagen war der Betriebsrat erfolgreich in den Verhandlungen: Im nächsten Jahr wird jeder Mitarbeiter 30 Tage Jahresurlaub haben. "Wenn die Mitarbeiter merken, was eine Gewerkschaft bewegen kann, dann ist es ein Leichtes, sie auch für eine Mitgliedschaft zu gewinnen. Und selbst als sich die ersten Erfolge eingestellt haben, haben nur ganz wenige Mitarbeiter gemeint, jetzt wieder aus der Gewerkschaft austreten zu können", erklärt der Betriebsratsvorsitzende.

Die gestrige Frauentags-Aktion kam bei den Beschenkten übrigens sehr gut an. Alle Frauen, die die kleinen Geschenke in Empfang nahmen, fanden die Aktion gelungen und als ein Zeichen der Wertschätzung ihrer Arbeit.