Die Klötzer Theatergruppe könnte eine neue Heimstatt finden in leer stehenden Räumen an der Breiten Straße: Das Revierkommissariat benötigt längst nicht mehr alle Räume des ehemaligen Gerichtsgebäudes. Und auch für den Heimatverein könnte das Gebäude eine Perspektive darstellen.

Klötze. Wo findet sich in der Stadt Klötze ein Platz für die Freunde der Kultur? Wie in einem Gespräch mit Bürgermeister Matthias Mann am Donnerstag deutlich wurde, zeichnet sich für diese Frage inzwischen eine Lösung ab. Denn mit den umfangreichen Umbauarbeiten auf dem Areal des Klötzer Revierkommissariats werden in Zukunft weite Bereich in dem angestammten Gebäude an der Breiten Straße frei. Das barocke Haus hatte vor 100 Jahren die Justiz beherbergt und als schönstes Königliches Amtsgericht gegolten.

Heute befindet sich das Gebäude im Eigentum des Landes Sachsen-Anhalt. Vermarktet wird es vom Landesbetrieb Liegenschafts- und Immobilienmanagement Sachsen-Anhalt (LIMSA). Wie Bürgermeister Matthias Mann informierte, habe es bezüglich der Unterbringung insbesondere der Klötzer Theatergruppe bereits Gespräche mit dem Landesbetrieb gegeben. Matthias Mann: "Gerade mit Blick darauf, dass es sich ja bei der Klötzer Theatergruppe um ehrenamtliches Engagement handelt, hat man uns dazu bereits Unterstützung zugesagt." Der Theaterverein hat in den vergangenen Jahren mit seinen Aufführungen für begeistertes Publikum gesorgt.

Damit dürften auch andere Vorschläge zunächst vom Tisch sein. Wie der von Lothar Schulze, der als sachkundiger Einwohner im Klötzer Ortschaftsrat das Wort ergriff: Er hatte vorgeschlagen, die Gruppierungen, die sich um Heimat, geschichte und Theaterkultur bemühen in der ehemaligen Kindertagesstätten-Kombination und zwischenzeitlichen Grundschule An der Wasserfahrt in Klötze unterzubringen - anstelle dieses Gebäude abzureißen.

Falls das Gebäude an der Breiten Straße 58 zu einem Sitz Klötzer Kultur werden sollte, könnte auch ein anderer Verein vom Entgegenkommen des Landesbetriebes in Sachen Mietkosten profitieren: Wie Matthias Mann erklärte, sei sowohl der Platz als auch der Standort in der Nähe der Klötzer Ortsmitte auch geeignet, um hier einen neuen Standort für den Klötzer Heimatverein, der bislang öffentlich beispielsweise mit Veranstaltungen in der Stadtbibliothek auf der anderen Straßenseite von sich Reden macht, zu finden. Ebenso wie beim Theaterverein ist beim Heimatverein die Frage Standortfrage seit geraumer Zeit insbesondere für die ehrenamtlich engagierten Mitglieder nur unzureichend geklärt.