Jahreshauptversammlung der Jungen Archäologen am Sonnabend: Berichtet wurde von Exkursionen, zu Beispiel nach Kroatien oder zum Kloster Heiligengrabe in Mecklenburg-Vorpommern. Und natürlich über das eigene Grabungslager in Hohendolsleben.

Jübar. Über die Arbeit des Vereins Junge Archäologen der Altmark im vergangenen Jahr legten Vereinsvorsitzender Hartmut Bock, Mitglieder des Vorstandes, aber auch Jugendliche am Sonnabend Rechenschaft ab. Zur Jahreshauptversammlung kamen rund 75 Mitglieder sowie Gäste in den Saal der Gaststätte Zur Linde.

"Die Aktivitäten waren auch im vergangenen Jahr wieder vielfältig", erklärte Vereinschef Hartmut Bock. Sie reichten von Exkursionen innerhalb Deutschlands und nach Kroatien über die Teilnahme an Fachtagungen bis hin zum Schwerpunkt Ausgrabung und die Auswertung der Fundstücke in den Wintermonaten.

In der Auflistung der Aktivitäten nannte Hartmut Bock unter anderem eine Tagung in Görlitz mit interessanten Vorträgen, eine Exkursion am 13. März nach Mecklenburg-Vorpommern mit einer Besichtigung des Klosters Heiligengrabe sowie mit Museumsbesuch in Waren und Besichtigung eines Naturdenkmals.

"Am 13. Juni begann dann die Einrichtung des Grabungslagers in Hohendolsleben mit dem Aufstellen der Gemeinschaftszelte", so der Vereinsvorsitzende. "Die 14 Tage Ausgrabungslager waren wieder sehr erfolgreich. Wir konnten die Besiedlung des Gebietes von der Mittelsteinzeit bis zum Übergang in ein Rundlingsdorf im Mittelalter nachweisen. Besondere Unterstützung erhielten wir auch in diesem Jahr von Dr. Jens Rehbein von der Universität Göttingen", dankte Hartmut Bock.

Im September führte Mitglieder und Interessierte eine Exkursion zur Gedenkstätte des Friedensabschlusses des 30-jährigen Krieges 1648 nach Osnabrück. Eine Exkursion nach Berlin folgte kurz darauf. Schließlich nahmen Vereinsmitglieder an einer Schulung ehrenamtlich Beauftragter in Burg teil. Den Abschluss bildete dann eine Exkursion im Oktober nach Kroatien, wo die Teilnehmer wieder eine interessante und lehrreiche Woche verlebten.

Doch nicht nur das Ausgrabungslager in Hohendolsleben sowie die Exkursionen gehören zu den Aktivitäten der Jungen Archäologen der Altmark. In der Region beteiligten sie sich vor allem mit der Bereitstellung von Arbeitsgeräten an der Erforschung des Großsteingrabes bei Lüdelsen durch Mitarbeiter der Universität Kiel. Außerdem sind sie dabei, einen archäologisch-historischen Wanderweg um Lüdelsen herzurichten. Im April sollen Hinweisschilder und Wegweiser aufgestellt werden, erklärte Hartmut Bock.

Verbandsgemeindechefin Christiane Lüdemann bescheinigte den jungen Archäologen ein aktives Vereinsleben. Sie Übergab auch angesichts der Aktivitäten in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf eine kleine Spende. "Als ich vor einigen Jahren erstmals an einer Jahreshauptversammlung des Vereins teilnahm, wunderte ich mich noch, warum sich Jugendliche für die Geschichte und Ausgrabungen interessieren. Inzwischen weiß ich, dass die Archäologie ein spannendes Thema ist und die Jugendlichen gern auf Entdeckungsreise in die Geschichte gehen", erklärte Lüdemann.

Doch das allein ist es wohl nicht. Die Jugendlichen Fritz Paschke, Jannek Lietze, Jan Förster und Moritz Holstein berichteten über ihre Eindrücke zu den verschiedenen Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr.

Die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung erfuhren von ihnen, dass die Ausgrabungsstätte in Hohendolsleben bis 1972 als Kiesgrube genutzt wurde. Bereits damals wurden altertümliche Scherben gefunden. Die jetzigen Funde konnten in die Zeit zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert datiert werden. Per Computer und Beamer zeigten die Jugendlichen Fotos, die ihre Erläuterungen illustrierten.

Die Jugendlichen berichteten vom Lagerleben bei den Ausgrabungen, welches durch gesellige Abende und Lagerfeuerromantik ergänzt wird, sowie über Exkursionen in der näheren Umgebung. Aber auch die Eindrücke während der Fahrt nach Kroatien waren ein Thema für die Vorträge der jungen Vereinsmitglieder.

Ein Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung war auch die Neuwahl von zwei Mitgliedern in den Vorstand. Mirko Stowitschek und Sven Sternagel scheiden aus dem Vorstand aus. Als Nachfolger wurden Markus Schulze und Jürgen Rudolph gewählt. Mit diesen beiden sowie Hartmut Bock als Vorsitzender, Heiko Meyer als Finanzer und Thomas Janikulla ist der Vorstand des Vereins wieder komplett.

Ein besonderes Bonbon für die Vereinsmitglieder sowie Gäste, zu denen auch Landrat Michael Ziche gehörte, war der Vortrag von Rainer Kuhn vom Landesamt für Denkmalforschung und Archäologie über seine Ausgrabungen auf dem Magdeburger Domplatz und im Dom selbst mit der Entdeckung der Gebeine von Editha, der Frau Otto des Großen.