Über die Schulsozialarbeit an der Beetzendorfer Sekundarschule informierte sich der Bildungsausschuss des Kreistages am Dienstagabend bei einem Vor-Ort-Besuch. Brigitte Schulz, sozialpädagogische Mitarbeiterin an der Schule, stellte ihre Tätigkeit und die ihrer Kollegin Ute Falkenhagen vor.

Beetzendorf. Seit zehn Jahren ist Brigitte Schulz als sozialpädagogische Mitarbeiterin an der Beetzendorfer Sekundarschule tätig. Die einen nennen sie, die von 1974 bis Anfang der 90er Jahre im Hort beschäftigt war, "die gute Seele der Schule", andere wie Schulleiterin Sabine Hornkohl sogar "unsere Perle". In jedem Fall hat die rührige Beetzendorferin in der Einrichtung eine Schulsozialarbeit auf die Beine gestellt, die sich sehen lassen kann und von Schülern, Lehrern und Eltern anerkannt wird. Davon überzeugte sich am Dienstagabend auch der Bildungsausschuss des Kreistages bei seinem Besuch in der Schule.

Das Umfeld sei alles andere als einfach, berichtete Schulz in ihrer Präsentation. So müssten 16 Schüler aus vier Kinderheimen mit all ihren Problemen integriert werden, dazu kämen die zunehmende Gewaltbereitschaft der Kinder und Jugendlichen, seelische Vereinsamung, Mobbing untereinander und mitunter schwierige Verhältnisse in den Elternhäusern. All dem versuchen sich Schulz und ihre Kollegin Ute Falkenhagen, die seit Dezember 2009 über ein Förderprogramm des Landes an der Schule arbeitet und vor allem für die Vorbereitung der Schüler auf das Berufsleben zuständig ist, entgegenzustemmen.

Ein Mittel ist die Streitschlichtung. Schüler der sechsten bis achten Klassen, die in einer Arbeitsgemeinschaft mitarbeiten und in speziellen Seminaren ausgebildet wurden, versuchen als Mediatoren Lösungen für aufgetretene Probleme zwischen den Jugendlichen zu finden. Auch Mobbing ist immer wieder Thema. "Früher hatten wir ein bis zwei Fälle im Jahr, jetzt die gleiche Anzahl im Monat", berichtete Brigitte Schulz.

Bewährt habe sich das sogenannte Trainingsraummodell. Schüler, die soziale Regeln und Normen nicht anerkennen und den Unterricht stören, werden in einen speziellen Raum überstellt, wo mit ihnen gemeinsam ein Plan ausgearbeitet wird, wie Wiederholungen künftig vermieden werden können. "Nach der dritten Verwarnung erfolgt ein Gespräch mit den Eltern", erklärte die sozialpädagogische Mitarbeiterin. Bisher habe das Konzept sehr gut gegriffen, das einen störungsfreien Unterricht für alle Schüler ermöglichen soll.

Ganz oben auf der Agenda steht zudem die Präventionsarbeit, ob zum Thema Rassismus, Drogen, Essstörungen oder Aids. So ist die Beetzendorfer Sekundarschule nicht zuletzt durch das Wirken von Brigitte Schulz seit 2003 rauchfrei. Die fünften Klassen besuchen regelmäßig die Kalbenser Median-Klinik und informieren sich über die Auswirkungen des Nikotinkonsums. 2008 konnte die Schule den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" erringen, der seitdem jährlich mit Projekten und Aktionen verteidigt wird.