Nach langem Dornröschenschlaf könnte in den alten Klötzer Bahnhof noch in diesem Jahr wieder Leben einziehen. Das seit 2002 leer stehende Gebäude soll versteigert werden. Am Donnerstag sah sich eine Kaufinteressentin die Räume und die Bausubstanz des Bahnhofs an. Bekommt sie den Zuschlag, hat sie schon erste Vorstellungen, wie sie das Gebäude nutzen möchte.

Klötze. Am 1. April kommt der alte Klötzer Bahnhof unter den Hammer des Auktionators (wir berichteten). Die Vorbereitungen dafür laufen auf vollen Touren. Sehr interessiert an der Ersteigerung des Bahnhofs ist Miranda Smit. Sie war am Donnerstag eigens aus den Niederlanden angereist, wo sie in der Nähe von Enschede wohnt, um sich den Zustand des Gebäudes genauer anzusehen. "Das ist nicht mein erster Besuch hier", erzählt Miranda Smit im Gespräch mit der Volksstimme. "Vor ein paar Tagen war ich schon einmal hier und habe mir den Bahnhof von außen angesehen."

Am Donnerstag konnte die Niederländerin das Gebäude auch betreten. Dafür sorgte Sören Springer vom Auktionshaus Karhausen, das den Bahnhof versteigern wird. Er führte Miranda Smit durch das Haus. Gleich in der Schalterhalle kommen Erinnerungen an die Zeit vor 2002 auf, als dort noch Fahrkarten gekauft werden konnten. Durch eine Luke gelangt man in den Schalterraum. Ein Hauch DDR-Flair macht sich breit, auch wenn auf dem Tisch Fahrkarten von der Bundesbahn liegen. In einem hinteren Raum sind die Bahnhofsschilder gelagert, die noch von den Glanzzeiten des Bahnhofs künden.

Zugemauert sind die Zugänge zur ehemaligen Gaststätte, in der sogar noch verblichene Papiergirlanden an der Zimmerdecke an die letzten Feiern dort erinnern. An der Rückfront des Hauses sind viele Fensterscheiben eingeworfen, teilweise sogar die Fensterrahmen zerstört. Schon lange verwaist stehen auch die oberen Etagen, die als Wohnraum genutzt wurden. In einigen Räumen "blüht" der Schimmel an den Wänden, Tapetenbahnen liegen umher.

Doch mit solchen Schäden hat Miranda Smit gerechnet. Sie sucht schon lange nach einem solchen Objekt, bisher scheiterte der Kauf jedoch am Preis. Erhält sie für den Klötzer Bahnhof den Zuschlag, möchte sie zusammen mit einer Freundin "etwas für den Tourismus tun". "Als ich schon einmal in Klötze war, habe ich gemerkt, dass man hier keinen Ort findet, wo man nachmittags Kaffee trinken und Kuchen essen kann", berichtet Miranda Smit. Diese Lücke würde sie, wenn sie den Bahnhof ersteigern kann, ausfüllen. Sie möchte ein kleines Café oder eine Art Imbiss für Touristen anbieten, die sich bei ihrem Besuch in Klötze stärken wollen.

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