Stromverluste machen den Mitgliedern des Oebisfelder Kleingartenvereins mehr und mehr zu schaffen. Wie Kassenwart Günther Kurfels am Freitagabend während der Jahreshauptversammlung im Allergasthaus informierte, mussten zur Deckung der Verluste im vergangenen Jahr knapp 1000 Euro der Vereinskasse entnommen werden.

Oebisfelde. Das Problem ist nicht neu, doch mit Stromschwund in dieser Höhe mussten sich die Kleingärtner bisher noch nicht beschäftigen. Zur vermutlichen Ursache erklärte Finanzer Kurfels: "Die Elektroleitungen liegen seit Jahrzehnten im Boden und haben mit der Zeit arg gelitten. Kurz gesagt: Die Elektroanlage ist marode. Die Folge ist Kriechstrom." Für Gärtner Günther Baschant sind die Verluste allerdings nicht nur durch Kriechstrom zu erklären. "Kriechstrom ist normal, aber nicht in dieser Masse. Ich vermute, dass illegal Energie abgezapft wird. Für eine Person, die etwas Ahnung von der Materie hat, ist das nicht all zu schwer", sagte der gelernte Elektriker Baschant.

Die Vorstandsmitglieder wollen bereits bei ihrer Sitzung im kommenden Monat, auch mit Blick auf eine mögliche illegale Stromentnahme, Lösungswege ausloten. Klar ist aber allen Vereinsmitgliedern, dass, falls neue Elektrokabel verlegt werden, es dann zu nicht unerheblichen finanziellen Auswirkungen kommt, die nicht aus der Vereinskasse beglichen werden können.

Apropos Vereinskasse. Die ist von Kurfels, wie von den Revisoren bestätigt wurde, erneut ohne Fehl und Tadel geführt worden, aber nicht gut gefüllt. Neben den erwähnten Kosten für die Energieverluste, musste im vergangenen Jahr der Hauptzähler der Anlage an der Salzwedeler Straße verlegt werden. Der Zähler befindet sich auf einem benachbarten Grundstück der Gartenanlage. "Die ausführende Elektrofirma ist uns finanziell entgegengekommen, trotzdem hat die Summe wie auch der gestiegene Strompreis unsere Kasse erheblich belastet", erklärte Kurfels. Folge: Die Kleingärtner stimmten dem Vorschlag des Vorstandes, den Kilowattstundenpreis rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres von 25 auf 30 Cent zu erhöhen, mit einer Gegenstimme zu.

Die meisten Parzellen sind gut in Schuss

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten, können die "Laubenpieper" aber durchaus auf ein gutes Jahr zurückblicken, wie Vereinschef Peter Schmidt in seinem Bericht ausführte. "Es gibt Gärten, die das Gesamtbild schmälern, doch der überwiegende Teil unserer Mitglieder hat seine Parzelle in Schuss", lobte Schmidt. Die so genannten schwarzen Schafe werden zwar regelmäßig vom Vorstand angeschrieben und zur Änderung gemahnt, doch positive Reaktionen gäbe es nur selten. Diese Gärtner glänzten auch beim Arbeitseinsatz im Oktober durch Abwesenheit.

Bei dem Einsatz statteten die Gärtner die Hauptwege der beiden Anlagen mit Splitt aus. Eine Maßnahme, die sich gelohnt hat. Denn aufgeweichte Wege gehören der Vergangenheit an. "Bedanken möchten wir uns bei der Kommune. Sie hat uns das Material kostenlos zur Verfügung gestellt", so Schmidt.

Nachgebessert werden soll indes in diesem Jahr, wie der Vorsitzende erklärte, in puncto Gemütlichkeit. "Das vergangene Vereinsgrillen war nicht der große Renner. Standort und das Drumherum passten nicht so ganz. In diesem Jahr wollen wir es besser machen", versprach Schmidt.

Das Kleingartenfest im Freien mit einem angemieteten Zelt und diesmal gekühlten Getränken sowie falls notwendig ausreichend Sonnenschutz soll im Sommer auf dem Parkplatz der zweiten Gartenanlage an der Straße zum Klärwerk stattfinden.