Oebisfelde (jpi). Wer von männlichem Geschlecht ist, seinen 30. Geburtstag feiert und noch nicht verheiratet ist, muss hin und wieder in den saueren Apfel des Fegens vor dem Rathaus beißen. Vergangene Woche traf es den Oebisfelder Stefan Oraschewski. Schwester Susann und seine Kumpels hatten alles bestens vorbereitet. Vor allem hatten sie für genug Fegematerial gesorgt. Das bestand aus Styroporkugeln, Sägemehl und Kronkorken. Stefan, der als Leopard verkleidet die Arbeit in Angriff nahm, musste nun das vor dem Rathaus verstreute Gemisch säuberlich zusammenfegen und natürlich wieder ordnungsgemäß verstauen. Doch so einfach war die Angelegenheit nicht. Zum Brauch gehört auch, dass das Zusammengekehrte von den Fegegästen wieder verbreitet wird. Außerdem muss der Geburtstagsfeger so lange den Besen schwingen, bis er durch den Kuss einer Jungfrau erlöst wird. Selbstverständlich ließen sich die Gäste nicht lumpen und verteilten Stefans Fegehaufen einige Male. Doch dann zeigte sich Jungfrau Lisa gnädig. Mit einem Küsschen auf die Wange erlöste sie endlich den 30 Jahre alten Junggesellen. Was auch Zeit wurde. Denn schließlich stand nach dem lustigen Prozedere noch ein kleiner Geburtstagsumtrunk auf dem Programm.

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