Fördervereine sprießen in der Region derzeit wie Pilze aus dem Boden, ob für Feuerwehren oder Kindertagesstätten (siehe Beitrag unten auf der Seite). Den Apenburger Grundschulförderverein gibt es allerdings schon seit 1997 und er ist vor Ort kaum noch wegzudenken. Im Schnitt 38 Euro hat der Verein im vergangenen Jahr pro Schüler investiert.

Apenburg. Der Förderverein der Apenburger Grundschule gehört zu den Vorreitern in der Region. Als er vor 14 Jahren gegründet wurde, ahnte kaum einer, wie wichtig er einmal werden würde. "Jedes Kind an unserer Schule kommt in den Genuss der Mittel, die der Förderverein zur Verfügung stellt. Im vergangenen Jahr waren es im Schnitt 38 Euro je Schüler", erläuterte die zweite Vorsitzende Sylvia Milde am Montagabend während der Jahreshauptversammlung. Umso bedauerlicher sei es, dass sich unter den derzeit 84 Mitgliedern lediglich 22 befinden, die selbst ein Kind in der Apenburger Grundschule haben. Der Verein will deshalb die Mitgliederwerbung verstärken. "Vor allem durch direktes Ansprechen der Eltern", so Milde. Beim Elternabend der Erstklässler hatte der Förderverein damit Erfolg. Sechs Muttis und Vatis unterschrieben spontan einen Aufnahmeantrag.

Was der Förderverein im vergangenen Jahr geleistet hat, stellte Sylvia Milde in ihrem Rechenschaftsbericht vor. So wurden Veranstaltungen wie der Schulfasching und das Einweihungsfest von Grundschule und Kita nach dem Umbau unterstützt. Zu Ostern finanzierte der Verein das Gastspiel eines Marionettentheaters und zum Kindertag den Bus, der die Schüler in den Märchenpark nach Salzwedel brachte. Auch der mathematische Känguruwettbewerb, an dem die dritten und vierten Klassen in jedem Jahr teilnehmen, wäre ohne die Hilfe des Fördervereins kaum denkbar. Schließlich wird der Beitrag von zwei Euro je Schüler komplett übernommen.

Veranstaltungen und Projekttage unterstützt

Erstmals gab es im vergangenen Jahr einen Lesewettstreit der Grundschulklassen, für den der Verein die Preise sponserte. Beim Burgfest kam die selbstgebaute Mittelalter-Kegelbahn zum Einsatz und im Oktober fuhren die Schüler in die Autostadt nach Wolfsburg. "Dort haben wir altersgerechten Verkehrsunterricht mit verschiedenen Stationen erlebt", berichtete Sylvia Milde. Sowohl die Busfahrt als auch den Eintritt ermöglichte der Förderverein.

Für die Projekttage vor Weihnachten wurde Bastelmaterial zur Verfügung gestellt. Dazu gab es als Weihnachtsgeschenk für jede Klasse zwei Rodelschlitten. Auf dem Apenburger Weihnachtsmarkt traten die Grundschüler mit einem Programm auf. "Leider hatten wir schreckliches Wetter und auch das Desinteresse einiger Eltern, die während des Programms schwatzten und kaum zuhörten, war enttäuschend", so Milde. Spontan habe man deshalb überlegt, in diesem Jahr auf einen eigenen Beitrag zu verzichten.

Adventsmarkt-Auftritt auch 2011 trotz Ärger

Doch das wird nicht passieren. Die Fördervereins-Mitglieder baten die Schule am Montagabend einhellig, es noch einmal zu versuchen. "Vielleicht mit einem kürzeren Programm, damit das Zuhören nicht so schwerfällt", schlug Sven Schüler vor. Zudem müsse die Beschallung verbessert werden, da viele Zuschauer akustisch nicht verstanden hätten, was auf der Bühne vorgetragen wurde. Einige Mitglieder regten zudem an, wieder auf die große Bühne zurückzugreifen, die bis 2008 in jedem Jahr zum Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz aufgebaut wurde. Auf die kleine Variante, die noch dazu in einer Ecke neben dem Bürgerhaus für viele recht unglücklich platziert wirkte, solle möglichst verzichtet werden.

Unterstützung gewährte der Förderverein im vergangenen Jahr auch den Arbeitsgemeinschaften der Schule, die sich einmal in der Woche mit Töpfern, Laubsägearbeiten, Tischtennis, Volleyball, Backen und Kochen beschäftigen. "Wir haben Material gekauft, ohne das diese Aktivitäten nicht möglich wären", erläuterte Sylvia Milde. Wünschenswert wäre es, wenn sich noch weitere Freiwillige fänden, die in der Schule eine Arbeitsgemeinschaft leiten.

Zu den Aufgaben des Fördervereins gehört die Unterstützung von Kindern aus sozialschwachen Familien, die sich nicht so ohne Weiteres die Teilnahme an einer Klassenfahrt leisten können. Für ein Mädchen wurde 2010 die Hälfte des Kostenbeitrages übernommen. "Dafür muss es allerdings immer sehr zwingende Gründe geben", betonte Milde.

Geld des Fördervereins floss im vergangenen Jahr auch in den Freizeitraum im Untergeschoss der Schule. Hier wurden Gardinen für vier Fenster angeschafft. "Außerdem haben wir Bücher und altersgerechte Filme gekauft, mit denen sich die Kinder in ihrer Freizeit beschäftigen können", berichtete die zweite Vorsitzende. Größter Wunsch für 2011 ist es, dass der durch den Umbau weggefallene Computerraum in der Schule durch den Ankauf von mobilen Rechnern kompensiert wird. Entsprechende Mittel dafür wurden bereits in den Verbandsgemeinde-Haushalt eingestellt.