Hanum/Jübar. Das Rätselraten um den Standort der geplanten Hähnchenmastanlagen in der Gemeinde Jübar hat ein Ende. Wie die Volksstimme aus dem Landesverwaltungsamt erfuhr, sollen die zwei Anlagen nördlich von Hanum auf Jübarer Gemeindegebiet errichtet werden. "Bei uns wurde das Vorhaben angezeigt, der Antragsteller hat ein Planungsbüro mit der Vorbereitung der erforderlichen Unterlagen beauftragt", erklärte Pressesprecherin Denise Vopel auf Nachfrage.

In den zwei Anlagen sollen jeweils 40000 Tiere Platz finden. Zum Vergleich: Bei Dambeck sind vier solcher Ställe mit insgesamt 160000 Tieren geplant. Ein offizieller Antrag liegt dem Landesverwaltungsamt in Halle jedoch nach eigenem Bekunden noch nicht vor. "Wir haben das Planungsbüro informiert, dass die erforderlichen Nachweise, Gutachten und Anträge bei uns einzureichen sind", erläuterte die Pressesprecherin. Dies sei allerdings bis dato noch nicht geschehen.

Sobald die Anträge und die notwendigen Unterlagen vorliegen, beginnt ein offizielles Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. "Zudem wird ein Raumordnungsverfahren vorgeschaltet", kündigte Denise Vopel an. Bei beiden sei eine öffentliche Beteiligung gewährleistet. Zudem werde auch die Gemeinde in die Verfahren mit einbezogen.

Jübars Bürgermeister Carsten Borchert nahm die Nachricht gestern gelassen auf. Er glaube nicht daran, dass die Anlagen wirklich gebaut werden, erklärte er auf Volksstimme-Nachfrage. Zudem könne er sich nicht vorstellen, wo die Ställe nördlich von Hanum Platz finden sollen. Schließlich befinde sich hier auch das Naturschutzgebiet Ohreaue in der Nähe.

In Frage kommen könnte lediglich das Areal zwischen dem Weg Hanum-Haselhorst und der ehemaligen östlichen Hanumer Gemeindegrenze zu Jübar. Genaueres ist allerdings derzeit noch nicht bekannt, ebensowenig wie über den Betreiber der geplanten Hähnchenmastanlagen.