Seit knapp zehn Jahren wird auf dem Gehege Tennis gespielt. Gepflegt wird die Anlage von den Mitgliedern der Sparte Tennis des SV Oebisfelde. Nach der Besichtigung der Anlage durch die Mitglieder des Sportausschusses des Stadtrates gibt es nun aber Probleme. Dadurch sind unter anderem die ab Mai vorgesehenen Punktspiele gefährdet.

Oebisfelde. Nach der Aufgabe der alten Anlage hinter der Sporthalle am Bahnhof wegen Eigentumsansprüchen ist auf dem Gehege ein Schmuckstück mit drei Feldern sowie ein Wirtschaftsgebäude mit dazugehörigem Umkleideraum entstanden. Gehegt und gepflegt wird die der Kommune gehörende Anlage seit der Freigabe von den rund 50 Frauen, Männern, Kinder und Jugendlichen der Sparte Tennis des SV Oebisfelde. Natürlich Hand in Hand mit der Kommune.

"Wir sind in den zehn Jahren und auch schon zuvor sehr gut miteinander ausgekommen", sagt Spartenleiterin Helga Elger bei der traditionellen Frühjahrsinstandsetzung der Spielfelder.

Doch jetzt droht Ungemach. Nicht durch die Kommune, sondern durch Mitglieder des Sportausschusses des Stadtrates. Bei einer Besichtigung der Sportanlagen auf dem Gehege durch die Ausschussmitglieder wurde unter anderem bemängelt, dass für die Tennisplatzsanierung einschließlich anderer investiver Maßnahmen 3800 Euro aus der Stadtkasse fließen sollen (wir berichteten). Anzumerken ist, dass die Summe im diesjährigen Haushalt verankert ist und der Etat von den Ratsmitgliedern, also auch von den Ratsfrauen und -herren des Sportausschusses, beschlossen wurde. Für die Tennisakteure und nicht nur für sie stellt sich natürlich die Frage, warum wird beschlossen und anschließend der eigene Beschluss wieder in Frage gestellt.

"Die Kosten für den grundhaften Ausbau kommen nicht von ungefähr in den Haushalt", erklärt Helga Elger und ergänzt: "Nach zehn Jahren Spielbetrieb sind die Plätze erheblich abgenutzt. Bislang haben wir es immer alleine hinbekommen, dass auf den Feldern gespielt werden kann. Doch jetzt ist ein grundhafter Ausbau, auf den wir schon seit geraumer Zeit hingewiesen haben, notwendig. Den Ausbau können wir allerdings nicht allein realisieren. Uns fehlt die Technik, um die Tonnen von Ziegelmehl ab- und wieder aufzutragen. Vor allem können wir keine abschließende ebene Fläche garantieren. Wir arbeiten mit Augenmaß. Es würden Unebenheiten entstehen. Die Hilfe einer Fachfirma ist daher notwendig."

Ob eine Fachfirma allerdings bald auf der Anlage vor Ort sein wird, ist fraglich. Grund: Der Ausschuss möchte die 3800 Euro so lange sperren, bis "fehlende Zahlen", die von den Tennisspielern eingereicht werden sollen, auf dem Ausschusstisch liegen. Um welche Zahlen es sich dabei handeln soll, ist den Tennisakteuren jedoch unklar.

Inzwischen läuft den Frauen und Männern um Elger aber die Zeit davon. Denn im Mai beginnen die Punktspiele. "Sollten bis dahin die Plätze nicht ausgebaut sein, wird es schwierig, die Partien ordnungsgemäß über die Bühne zu bringen. Wir hoffen das Beste", so Elger.

Aber auch wenn das Geld gestrichen wird, ihrer Anlage wollen die Tennisakteure weiter die Treue halten. "Wir haben in die Plätze so viel Zeit und Arbeit investiert, dass wir sie nicht einfach im Stich lassen können. Dazu sind wir zu sehr Sportler. Außerdem stehen wir in der Pflicht gegenüber unseren Nachwuchsspielern", erklärte Helga Elger.