409800 Euro muss der Flecken Apenburg-Winterfeld in diesem Jahr der Rücklage entnehmen, um den Etat auszugleichen. Größte Investition ist der Wegebau zwischen Apenburg und Saalfeld, der allerdings nur bei Gewährung von Fördermitteln erfolgt.

Apenburg. Den Fehlbetrag im Verwaltungshaushalt, der vergangenes Jahr noch 243900 Euro betrug, kann der Flecken Apenburg-Winterfeld in diesem Jahr auf 205200 Euro senken. Das sieht der Haushaltsentwurf vor, den die Räte am Dienstagabend einstimmig verabschiedeten. Grund für die erfreuliche Entwicklung ist nach Aussage von Kämmerin Dorlis Reimann vor allem die Absenkung der Verbandsgemeindeumlage um zwei Prozent, durch die allein 23700 Euro gespart werden. 491300 Euro müssen insgesamt an die Verbandsgemeinde überwiesen werden. Zudem kann die Gemeinde auf Pachteinnahmen von mindestens 100000 Euro, im Idealfall sogar 140000 Euro, für den zu bauenden Solarpark hoffen (wir berichteten).

Während der Verwaltungshaushalt mit einem Volumen von 1,486 Millionen Euro abschließt, stehen im Vermögensetat 774600 Euro an Einnahmen und Ausgaben zu Buche. Größte Investition soll dabei der seit langem geplante Wegebau zwischen Apenburg und Saalfeld werden. Dessen geschätzte Kosten haben sich von 300000 Euro auf nunmehr 500000 Euro erhöht. Gebaut soll aber nur werden, wenn Fördermittel bewilligt sind. "Dieses Jahr ist wohl noch nicht mit einer Entscheidung zu rechnen, aber wir sollten das Geld einstellen, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein", empfahl Bürgermeister Harald Josten. Schließlich könne es sein, dass andere Gemeinden ihren Eigenanteil nicht bezahlen können und Apenburg-Winterfeld dafür kurzfristig vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) die Bewilligung bekommt. Etwa 150000 Euro müsste die Gemeinde selbst für den Wegebau berappen.

Dach am Recklinger Gemeindehaus defekt

In Saalfeld soll ein Stück Gehweg gebaut werden, zudem sind Arbeiten an den Dorfgemeinschaftshäusern in den Ortsteilen geplant. So stehen 15000 Euro für die Modernisierung des Kulturhauses in Altensalzwedel bereit, 2000 Euro werden in die Erneuerung der Sanitäranlagen im Quadendambecker Dorfgemeinschaftshaus gesteckt und etwa 18000 Euro kostet die Beseitigung des Dachschadens im Recklinger Mehrzweckgebäude. Hier ist das Foliendach gerissen, so dass Wasser ins Innere eindringt.

Bürgerhaus-Umbau finanziell aufgestockt

Den größten Happen bekommt das Apenburger Bürgerhaus ab. Hier standen ursprünglich lediglich 15000 Euro für die Modernisierung und den Umzug der Bibliothek im Plan. "Doch für die Summe bekommen wir nicht einmal eine ordentliche Bestuhlung", meinte Apenburgs Interessenvertreter Mark Wöllmann. Er beantragte eine Erhöhung auf 65000 Euro, die vom Rat auch bewilligt wurde. "Das Bürgerhaus ist nicht besonders herzeigbar, eine baufällige Hütte mit dem Standard von 1968. Die Stühle sind ausgejackelt, mitten im Raum befindet sich eine unschöne Säule und eine Küche ist quasi nicht vorhanden", bemängelte der Vizebürgermeister. Von der Suppenkelle bis zum Schnapsglas fehle es zudem an Inventar. "Das kann man zum Feiern niemandem zumuten", so Wöllmann.

Die Mehrkosten sollen durch den Verkauf anderer gemeindeeigener Immobilien wieder hereinkommen. Welche das sein könnten, darüber soll sich eine Arbeitsgruppe des Rates Gedanken machen. "In Zeiten knapper Haushaltsmittel sollten wir das Geld nicht mehr in Gebäude stecken, wo wir es in 20 Jahren nicht wieder reinholen. Lieber trennen wir uns von ein bis zwei Objekten und schaffen uns in Apenburg ein ordentliches Bürgerhaus", meinte Mark Wöllmann.

50000 Euro sieht der Haushalt für die Modernisierung gemeindeeigener Wohnungen vor. Zudem soll die Apenburger Schützengilde einen Zuschuss von 2000 Euro für den Bau einer neuen Schießbahn erhalten. Der Sportverein Saalfeld darf sich auf Geld für die Überdachung der Trainerbänke auf dem Sportplatz freuen. Zudem stehen 20000 Euro für energetische Maßnahmen an gemeindeeigenen Sportstätten, darunter am Mehrzweckgebäude in Winterfeld, zur Verfügung.

2000 Euro Zuschuss für den Hagener Kirchturm

Für die Sanierung des Turms der Hagener Kirche gibt die Gemeinde 2000 Euro zu. Damit ist die Finanzierungslücke für das Vorhaben gedeckt. "Bis jetzt haben wir sämtliche Kirchen in unseren Ortsteilen bedacht, da sollten wir in diesem Fall keine Ausnahme machen", erklärte Bürgermeister Harald Josten und stieß auf die einhellige Zustimmung seiner Ratsmitglieder. Insgesamt klafft im Vermögensetat ein Loch von 409800 Euro, das aus der Rücklage gestopft werden muss.