140000 Euro mehr an Umlage muss die Gemeinde Beetzendorf in diesem Jahr an Kreis und Verbandsgemeinde (VG) überweisen, obwohl sich die Prozentsätze nicht verändert haben beziehungsweise sogar gesunken sind. Die Mehrausgaben tragen entscheidend zum Fehlbetrag im Verwaltungshaushalt bei, der bei 229100 Euro liegen wird.

Beetzendorf. Aus eigener Kraft hätte die Gemeinde Beetzendorf in diesem Jahr den Fehlbetrag im Verwaltungshaushalt entscheidend senken können. Doch die durch das Finanzausgleichsgesetz des Landes geänderte Berechnung für die Umlagen an Kreis und Verbandsgemeinde hat einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. 91100 Euro muss die Gemeinde mehr an Kreisumlage bezahlen - und das, obwohl sich am Umlagesatz nichts geändert hat. Für die Verbandsgemeinde werden 896100 Euro und damit 48200 Euro mehr fällig. "Hätte der VG-Rat nicht die Absenkung um zwei Prozentpunkte beschlossen, wären es auch hier über 90000 Euro plus geworden", stellte Kämmerin Dorlis Reimann bei der Vorstellung des Haushalts im Beetzendorfer Hauptausschuss fest. Statt 213300 Euro Defizit wie im Vorjahr stehen jetzt unter dem Strich sogar 229100 Euro zu Buche.

Insgesamt hat sich das Volumen im Verwaltungsetat um 116000 Euro erhöht. "Wir haben uns an den Ausgaben des Vorjahres orientiert und auch die Zuwendungen in gleicher Höhe eingeplant", erläuterte die Kämmerin. So werden die Gebühren, die vom Sportverein an den Altmarkkreis für die Benutzung der Sporthalle zu entrichten sind, weiterhin von der Gemeinde übernommen. 4000 Euro stehen dafür im Haushalt bereit. Für die gemeinsame Weihnachtsfeier aller Senioren der Gemeinde sind 1500 Euro eingeplant und auch die Bibliothek wird wieder finanziell unterstützt.

Tangelner Jugendraum mit Kostenexplosion

Für fragende Gesichter sorgten im Hauptausschuss die stark gestiegenen Ausgaben für die Bewirtschaftung des Tangelner Jugendraums. Statt wie sonst 500 Euro wurden dafür im vergangenen Jahr 1000 Euro ausgegeben. Und das, obwohl der Raum nach Auskunft von Interessenvertreter Frank Glaue lediglich zu Silvester und "zwei- bis dreimal im Jahr" genutzt wurde. "Ich kann mir das nur so vorstellen, dass die Nachtspeicheröfen nicht richtig abgestellt wurden, obwohl ich den Auftrag dazu erteilt hatte", schätzte der Tangelner ein. Den Vorstoß von Enno Marquardt, der als Gast an der Sitzung teilnahm und angesichts der Kosten ein Aus des Jugendraumes und ein Ausweichen ins Dorfgemeinschaftshaus anregte, wies Glaue entschieden zurück. "Schauen Sie mal in den Eingemeindungsvertrag, was Tangeln eigentlich alles zusteht. So viel Geld geben wir überhaupt nicht aus", meinte er und kündigte eine Überprüfung der Ursache für die Kostensteigerung an.

Für das Stölpenbad ist ein Zuschuss von 23300 Euro eingeplant. Im vergangenen Jahr standen noch 24300 Euro im Haushaltsansatz, allerdings konnte das Defizit am Ende auf 19400 Euro gesenkt werden. Geringfügig erhöht hat sich der Ansatz für die Energiekosten der Straßenbeleuchtung. "In Jeeben, Mellin und Tangeln sind wir mit dem Geld im vergangenen Jahr nicht ausgekommen", berichtete Dorlis Reimann. 15000 Euro stehen zudem für Reparaturen an der Beleuchtung zur Verfügung.

Weg zum Ökodorf soll ausgebessert werden

Für Jeeben, Bandau, Beetzendorf, Tangeln und Hohentramm muss die Gemeinde die Abwasserabgabe für 2007 nachentrichten. Hierfür werden 3300 Euro fällig. Weitere 1000 Euro stehen zur Verfügung, um den Verbindungsweg zum Ökodorf Sieben Linden auszubessern.

Die Ausgaben für die Unterhaltung und Bewirtschaftung der Dorfgemeinschaftshäuser orientieren sich an den Ist-Werten des Vorjahres. "Das gilt ebenso für die zu erwartenden Einnahmen", erklärte die Kämmerin. 215800 Euro will die Gemeinde zudem in die 69 eigenen Wohn- und Gewerbeeinheiten stecken. Für diese werden im Gegenzug Einnahmen aus Mieten und Nebenkosten von 251500 Euro erwartet.

"Gefühlt mehr Hunde, als die Steuer aussagt"

Aus der Gewinnausschüttung der Kowisa kann die Gemeinde auf 27200 Euro hoffen, von der Avacon werden noch einmal 15800 Euro erwartet. Dazu kommen Gewerbesteuereinnahmen in geschätzter Höhe von 180000 Euro und Anteile an der Einkommensteuer von 435500 Euro. Die Hundesteuereinnahmen werden mit 7600 Euro angesetzt, was einigen Ausschussmitgliedern zu gering erschien. "Gefühlt sind es in den Orten mehr Hunde, als diese Summe aussagt", meinte Jürgen Benecke. Die Vermutung: Einige drücken sich um die Zahlung für ihre Vierbeiner. "Doch da sind wir auf Hinweise und Zuarbeit aus der Bevölkerung angewiesen", stellte die Kämmerin klar.

Ein deutliches Plus kann die Gemeinde in diesem Jahr bei den allgemeinen Zuweisungen des Landes verzeichnen. Hier stehen 999000 Euro zu Buche, 48300 Euro mehr als noch 2010. Endgültig verabschiedet wird der Haushalt am 28. April im Gemeinderat.