Eine Wanderung durch den Drömling und an der Ohre entlang, ein Besuch bei der Feuerwehr und in der Bäckerei, ein Picknick und das Suchen und Finden von Ostereiern standen gestern für die Erstklässler der Kunrauer Grundschule auf dem Stundenplan. Sie verlebten damit einen abwechslungsreichen und außergewöhnlichen Schultag vor den Osterferien.

Jahrstedt. Der erste Wandertag am letzten Schultag vor den Osterferien - gestern haben die Erstklässler der Grundschule Kunrau einen Ausflug ins benachbarte Jahrstedt unternommen. Nicht allein, um sich an der frischen Luft zu bewegen, sondern auch, um etwas zu lernen.

Kurz nach zehn haben so die Mädchen und Jungen der 1a mit ihrer Lehrerin Heike Mäusner der Bäckerei von Volker Gieselberg an der Jahrstedter Dorfstraße einen Besuch abgestattet. Und es gibt allemal einiges an Neuem zu entdecken:"Was ist das denn hier?", will zum Beispiel Marcel Legde wissen. Einen solch großen Bottich mit Mehl hat er noch nie gesehen.

"Zuerst wollen wir einmal schauen, wie Brötchen gebacken werden", so Gieselberg. Er hat eigens Teiglinge bereitgestellt. "Die werden immer schon am Tag vorher angefertigt, damit der Teig reifen kann. Nur so gibt es richtig gute Brötchen", erklärt der Bäckermeister, während er die Teiglinge für deren Aufenthalt im Backofen zurechtrückt.

Einen kurzen Augenblick später können die Kinder durch die Glasscheibe in der Ofentür zuschauen, wie die Brötchen weiter aufgehen, oben wie geplant aufreißen und nach und nach eine goldbraune Farbe annehmen. Rund 20 bis 30 Minuten dauert das - da können die Kinder aus der Schule des Nachbardorfes beim Backen zuschauen. Aurelia Noack fragt: "Kann man die denn dann auch essen?" Volker Gieselberg: "Klar, alles aus meiner Bäckerei kann man essen!"

In der Zwischenzeit rollt er einen Hefe-Quark-Teig aus. Die Mädchen und Jungen stechen sich aus diesem Osterhasen aus. Die Teighasen kommen für zwölf Minuten in den Ofen, werden danach mit Butter bestrichen und mit Vanillezucker bestreut.

Die Schüler der Parallelklasse 1b sind derweil bei der Jahrstedter Feuerwehr zu Gast. Sie werden nachher noch in die Bäckerei kommen und sich anschauen, wie Volker Gieselberg hier mit seinen Mitarbeitern Brot, Brötchen und Kuchen bäckt - und auch für sie ist ein kurzer Osterhasen-Selbstback-Kurs geplant. Jonas Jenner aus der 1a weiß noch nicht so genau, was ihn am meisten interessiert: die Feuerwehr oder die Bäckerei. Weise erklärt er: "Das werde ich am Ende des heutigen Tages wissen."

Heike Mäusner weicht ihren Schützlingen in der Bäckerei nicht von der Seite und berichtet: "Diesen Tag haben die Eltern organisiert. Und dass wir diesen Ausflug unternehmen, steht eigentlich schon seit Schulbeginn fest." Morgens seien die Kinder mit den Lehrerinnen zu Fuß in Kunrau aufgebrochen. Im Knicken gab es ein Frühstückspicknick. "Am Nachmittag wird an dieser Stelle auch noch eine Bockwurst serviert", erzählt Heike Mäusner. Der Platz sei bestens geeignet, da die Kinder dort auch herumtollen können. Und natürlich, weil der Osterhase - auch wenn bis zum Ostersonntag noch ein paar Tage Zeit sind - schon einmal testweise ein paar Überraschungen verstecken konnte. Jonas Jenner: "Ich habe heute ein grünes Osterei gefunden."

Und wenn ein Kind kein Ei entdeckte, hatte das zuweilen seinen Grund. Celine Müller erklärt so: "Ich habe kein Ei gefunden, weil ich keins gesucht habe. Ich mag nämlich keine Eier."

Dass der erste Ausflug die Kunrauer Schüler ausgerechnet nach Jahrstedt geführt hat, hat einen guten Grund: "Uns ist es wichtig, den Kindern aus anderen Ortschaften zu zeigen, woher ihre Klassenkameraden kommen. Und hier aus Jahrstedt haben wir einige Schüler", erklärt Heike Mäusner.