Über eine mehr als gelungene Premiere freuten sich am Sonnabend die Anwohner der Klötzer Grünstraße. Und nicht nur sie. Auch die Gäste aus Klötze und Umgebung waren voll des Lobes, als sie dem ersten Straßen- und Hoftorflohmarkt einen Besuch abstatteten.

Klötze. Gerade mal hatten die Anwohner ihre Flohmarktstände vor den Haustüren aufgebaut und die Toreinfahrten geöffnet, kamen auch schon die ersten Gäste. Frühes Erscheinen sicherte eben die Aussicht auf maximale Schnäppchenausbeute. "Ich bin schon einiges losgeworden", freute sich Günter Krieg, der gleich an der Ecke zur Salzwedeler Straße sein Haus hat und damit für viele Besucher der erste Anlaufpunkt war.

Acht unbeschädigte und funktionstüchtige Keramikeinsätze für Küchenschränke mit Beschriftungen für Mehl, Zucker und anderes habe er, gerade mal 15 Minuten nachdem der Markt geöffnet hatte, für 15 Euro an den Mann gebracht und dann noch "ein paar Bücher, ein Euro pro Stück". Und sicher fanden später auch noch alte Vasen, Zinngefäße und einige andere der Bücher, von denen sich der 74-Jährige und seine Frau Elke trennen wollten, neue Besitzer.

Reges Markttreiben herrschte an allen Ständen und unter allen Hoftoren, die an dem Tag geöffnet wurden. Angefangen bei den Familien Krieg und Grassel, deren Häuser sich gegenüberliegen, bis hinauf in den Zipfel an der Grünstraße 12, wo Jürgen Schulze neben Schäppchen auch aufbereitetes "Trinkwasser gratis" anbot.

Dazwischen gab es für die Stöberer viel zu entdecken. Brigitte Hecht zum Beispiel gab einiges ihres Hausrates her. "Ich ziehe demnächst in die Wasserfahrt um, da kann ich gar nicht alles mitnehmen, was ich im Haus habe", erzählte sie und freute sich: "Ich bin schon schön was los geworden."

Kinder rangierten ihr Spielzeug aus

Auch Heinz Bethge gehörte zu den froh gelaunten Verkäufern. Einige Decken, die seine Frau gehäkelt und gestärkt oder mit feinen Häkelborten versehen hatte, fanden freudige Abnehmer. Ebenso die gehäkelten Anhänger in Form von Kücken und anderen Tieren, die jetzt so manchen Osterstrauß zieren. "Meine Frau häkelt jeden Tag", berichtete der 84-Jährige vom Hobby seiner Frau Christa und freute sich, dass die Schmuckstücke nun auch andere Wohnstuben zieren werden.

Voller Begeisterung waren auch die Kinder bei der Sache, deren Großeltern an der Grünstraße zu Hause sind. Lennart und Moritz Alber hatten ebenso wie Celina Böse und Jannes Kersten oder Laura Sturm und Ian Sieb ihr Kinderzimmer aufgeräumt und Spielzeug, für das sie schon zu groß waren, frisch aufpoliert. Nun boten sie es zum Verkauf an. Celina nahm für einen Puppenhochstuhl zum Beispiel fünf Euro ein und Moritz für eine Mini-Motorkettensäge, deren stolzer Besitzer jetzt der zweijährige Ole Richter ist, immerhin zwei Euro.

Der erfolgreiche Markttag ließ nur einen Schluss zu: "Wir sind beim nächsten Mal auf jeden Fall wieder mit dabei", sagten beispielsweise Helga und Rolf Krüger. Gemeinsam mit ihrer Tochter Gesine Kotte hatten sie ihre Toreinfahrt in einen Flohmarktstand verwandelt. Hier gab es neben hübschem Kristallgeschirr auch einen Kinderfahrradanhänger und sogar Blumenstauden zu erstehen. "Die Lilien vermehren sich wie doll, zum Wegwerfen sind sie aber zu schade", begründete Rolf Krüger.

Mit ihrer Idee hat Sabine Grassel, die den ersten Straßen- und Hoftorflohmarkt initiierte, "das Fass so richtig ins Rollen gebracht", sagen Krügers und stimmen mit anderen Anwohnern überein: "Jetzt haben wir Erfahrungen gesammelt, und im Herbst sammeln wir wieder Sachen zusammen und setzen neue Ideen um."

"Dass die Anwohner gleich selbst so hinter der Idee stehen, freut mich sehr. Es hat viel Spaß gemacht", sagt Sabine Grassel und blickt der Neuauflage des Flohmarktes - möglicherweise schon im Herbst dieses Jahres - bereits mit Freude entgegen.

   

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