Eine ungewöhnliche Anzeige nahmen in der vergangenen Woche Beamte der Oebisfelder Polizeistation auf. Ein Weddendorfer, der namentlich nicht genannt werden möchte, hatte den Diebstahl von Holz gemeldet. Allerdings vom Osterfeuerberg in Weddendorf.

Oebisfelde. "Als ich mit meinem Hund in der Nähe des Weddendorfer Osterfeuerplatzes unterwegs war, fielen mir zwei Männer auf, die Baumstämme, die aus dem Holzhaufen für das Osterfeuer stammen, mit einer Motorsäge zerschnitten und anschließend in einen Pkw-Anhänger verstauten. Als sie bemerkten, dass ich das Nummernschild des Anhängers notierte, hörten sie sofort auf und verschwanden", erzählte der Mann aus Weddendorf.

Anschließend rief er die Oebisfelder Polizeistation an und brachte seine Beobachtungen mit Angabe der Anhänger-Nummer zur Anzeige. Vom diensthabenden Beamten bekam der Weddendorfer allerdings zu hören, dass die Polizei keine Ermittlungen aufnehmen wird. Seine Begründung: Es sei keiner zu Schaden gekommen und auch keiner bestohlen worden. Außerdem sei das Holz für die Osterfeuer wie Sperrmüll zu behandeln. Alte Möbel werden an den Straßenrand gestellt, um auf der Müllhalde oder in einer Verbrennungsanlage zu enden. Wer etwas von dem alten Zeug gebrauchen kann, kann es ungefragt nehmen.

Die meisten Feuerwehren, unter deren Regie die Osterfeuerfeiern ablaufen, stehen dem "Holzklau" sogar positiv gegenüber. Grund: Dicke Stämme oder gar Wurzeln auf dem Feuer sehen die Brandbekämpfer nicht gerne, weil diese erfahrungsgemäß am Abend des Feuers nicht vollständig verbrennen. Sie glimmen lange nach, teilweise über Tage, und entfachen das Feuer sogar hin und wieder neu. Ausrücken zum Nachlöschen kann die Folge sein.