Jugendliche aus den Ortschaften südwestlich von Klötze haben gestern den traditionellen Kreuzweg am Karfreitag absolviert. Dabei haben sie an Stationen des Leidenswegs Christi erinnert. Glück hatten sie mit dem guten Wetter und konnten so statt in der engen Winterkirche von Wenze einen Gottesdienst unter freiem Himmel vor dem Fachwerkgebäude mitgestalten.

Kusey/Wenze. Auf den Weg gemacht haben sich acht junge Leute aus dem Raum Kusey am gestrigen Karfreitag. Auf den Weg von Dorf zu Dorf im Kirchspiel Kusey. Sie haben einen Kreuzweg absolviert. Die Strecke, die aus Zeitgründen zum Teil im Kleinbus absolviert werden musste, versinnbildlicht den Leidensweg Jesu Christi und hilft den 13- und 14-Jährigen, sich mit diesem Thema intensiv auseinanderzusetzen.

Am Abend zuvor hatten sie sich mit Birgit Timme vom Evangelischen Landjugendzentrum in Kusey getroffen. Die einzelnen Texte wurden vorbereitet, der Ablauf der Gottesdienste und Stationen wurde genau geplant. Wann ist wer an der Reihe, wann steht wer auf, wann müssen wir wo sein - diese und einige andere Fragen mussten während des Vorbereitungsabends ab Gründonnerstag inclusive Übernachtung genau geklärt werden. Und auch die Strecke musste durchgegangen werden, damit die sechs Jungen und zwei Mädchen nicht Zeit durch unnötige Umwege durch Wald und Flur vergeuden.

Dass das Wetter besser war als jenes in vielen Jahren des Kreuzweges rund um Kusey zuvor, brachte nicht zuletzt an der zweiten Station des Kreuzweges in Wenze einen praktischen Nutzen für Akteure wie Gottesdienstbesucher mit sich: Da all die Gottesdienstbesucher, die Jugendlichen, Birgit Timme und Pfarrer Bernd Schulz kaum in die Winterkirche der kleinen Wenzer Fachwerkkirche gepasst hätten und deren Hauptraum derzeit eine Baustelle ist, wurde der Gottesdienst kurzerhand ins Freie verlegt. Nach ihrer Ankunft mit einem hölzernen Kreuz kurz vor 9 Uhr morgens hatten die Jugendlichen Stühle in einem Halbkreis vor der Kirchentür aufgestellt, einen Tisch mit dem Kreuz, der Kerze und Blumen bereitgestellt ebenso wie das Pult und den CD-Spieler für den musikalischen Teil des Gottesdienstes. Wenn auch zuweilen ein wenig verstohlen konnten deshalb auch die Passanten an diesem Wenzer Gottesdienst teilhaben.

In seiner Predigt hatte Pfarrer Bernd Schulz an das Leiden der Menschen in Japan nach Erdbeben, Tsunami und Kernschmelze im Kernkraftwerk ebenso verwiesen wie auf das der Menschen, die beim Kampf um Demokratie und Freiheit in Afrika dieser Tage im übertragenen Sinne ans Kreuz genagelt werden. Zudem trug Schulz zwei Thesen aus dem Barmer Bekenntnis von 1934 der damals oppositionellen Bekennenden Kirche vor.

Der Kreuzweg, der einen Höhepunkt in jedem Konfirmandenjahr im Kirchspiel Kuseys darstellt, ist Teil des bundesweiten Ökumenischen Kreuzweges der Jugend. Dieser wurde vor 52 Jahren erstmals beschritten und ist seit 38 Jahren konfessionsübergreifend.

www.jugendkreuzweg-online.de

Tradition hat der Kreuzweg im Kirchspiel Kusey. Mit dabei waren gestern Lena Bednarz, Cindy Bode, Bastian Bunzeck, Florian Dörwald, Andreas Giggel, Toni Kuphal, Sebastian Lösel und Robert Zerneke. Lena Bednarz kommt aus Jahrstedt und hatte sich zunächst in Steimke auf die Konfirmation vorbereitet. "Dort war das alles aber ein wenig trockener gestaltet als hier im Kuseyer Kirchspiel", erzählt die Schülerin. Andreas Giggel ist ebenfalls 14 Jahre alt und stammt aus Kusey. Er sieht in der Teilnahme an dem Kreuzweg eine Art Familientradition, die zur Vorbereitung auf die Konfirmation dazugehört. "Insgesamt war es während der vergangenen Wochen interessant, mehr über die Bibel zu erfahren." Das elz sei dafür gut geeignet. Besonders in Erinnerung bleiben werde die selbst angefertigte Wandzeitung.

Toni Kuphal (14) aus Dönitz bezeichnet die gemeinsame Zeit vor der Konfirmation als locker: "Wir haben um den Tisch herumgesessen, einfach erzählt, auch gesungen", erzählt er. Der Jüngste in der Runde ist Sebastian Lösel, 13, aus Neuferchau. "Ich habe meine Konfirmation erst im kommenden Jahr. Den Kreuzweg sehe ich dennoch als eine eindrucksvolle Erfahrung, die man einmal gemacht haben sollte."