Auf zwei Jahrzehnte ihres Bestehens blickte die Jagdgenossenschaft Nettgau während der Jahreshauptversammlung zurück. Dabei erinnerte Vorsitzender Walter Leyer an die umfangreiche finanzielle Unterstützung, die die Jagdgenossen seit 1991 der Gemeinde haben zukommen lassen.

Nettgau. An die erste Versammlung der neugegründeten Nettgauer Jagdgenossenschaft kann sich der heutige Vorsitzende Walter Leyer noch genau erinnern. "Es war am 27. September 1990 hier im Nettgauer Saal", berichtete der Wendischbromer zu Beginn der Jahreshauptversammlung. Landbesitzer aus Nettgau, Gladdenstedt und Wendischbrome hatten sich damals zusammengetan, um ihre Flächen gemeinsam für die Jagdausübung zu verpachten. Von den Männern der ersten Stunde sind heute noch Hermann Schweigel, Hans-Heinrich Jordan und der Vorsitzende selbst mit dabei.

Mit 1835 Hektar bejagbarer Fläche, die in die Jagdgenossenschaft eingebracht wurde, fing am 1. März 1991 alles an. "Wir verpachteten diese für zwei Mark je Hektar an neun Gemeinschaftspächter für die Dauer von zwölf Jahren", berichtete Walter Leyer. Schon nach einem Jahr sei die Fläche beträchtlich dezimiert worden, da eine Angleichung mit der Eigenjagd Jordan erfolgt und die Eigenjagd Neuschulz herausgelöst worden sei. "Am 1. Juli 1992 hatten wir nur noch 1680 Hektar", erinnerte sich der Vorsitzende. Weitere Änderungen erfolgten, nicht zuletzt durch die Ansiedlung von Glunz, so dass heute 1505 Hektar verpachtet sind. Der Pachtzins ist über die Jahre konstant geblieben, wurde lediglich in Euro umgerechnet und beträgt heute 1,02 Euro je Hektar. 2003 verlängerten die Jagdgenossen den Vertrag mit den Pächtern um weitere zwölf Jahre.

Mit dem Pachtzins besserten die Jagdeigentümer zumeist nicht ihre eigene Tasche auf, sondern stellten diesen für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. Walter Leyer erinnerte in seiner Rückschau unter anderem an den Ausbau des Jübarer Weges, den die Jagdgenossen mit 2000 Mark aus den Pachteinnahmen unterstützten. Auch die Nettgauer Feuerwehr konnte sich über Unterstützung freuen, sie erhielt 2500 Mark für Anschaffungen. Zudem stellten die Jagdgenossen 10000 Euro für die Gauben der drei Glockentürme in den Ortsteilen zur Verfügung, weitere 500 Euro flossen in die Erneuerung der Jübarer Kirchenorgel.

In diesem Jahr sollen 700 Euro den Feuerwehren der Gemeinde übergeben werden. 300 Euro erhalten die Nettgauer Kameraden, je 200 Euro die Wehren in Gladdenstedt und Wendischbrome, beschlossen die Jagdgenossen. "Die Feuerwehren haben in den letzten Jahren viele Aufräumarbeiten in den Orten erledigt und übernehmen weiterhin Verantwortung für das kulturelle Leben in den Dörfern", begründete der Vorsitzende die Gabe. Weitere 500 Euro stellen die Jagdgenossen für die Finanzierung einer Festschrift zur 300-Jahr-Feier Gladdenstedts bereit.