Einen Ausflug ins Wolfsburger Café Extrem unternahmen am Donnerstag die Mitglieder des Oebisfelder Behindertenkreises. Dort trafen sie sich mit Pfarrer in Ruhe Horst-Ulrich Braun, der die Oebisfelder per Filmvortrag mit auf eine Reise nach Griechenland nahm.

Oebisfelde. Am Donnerstag machte sich der Oebisfelder Behindertenkreis voller Vorfreude auf den Weg nach Wolfsburg. Dort wollten die Männer und Frauen einen schönen Vormittag im Café Extrem verbringen. Horst-Ulrich Braun, Pfarrer in Ruhe aus Wolfsburg, erfreute die Oebisfelder einmal mehr mit einem seiner unterhaltsamen Reiseberichte.

Beim letzten Mal zeigte er den Allerstädtern Bilder seiner Reise nach Peru, dieses Mal ging es nach Griechenland, genau gesagt nach Athos.

"Athos ist eine kleine Insel, auf der es viele wunderschöne große Klöster gibt", so Braun. Er berichtetezum Beispiel darüber, dass der Heilige Berg Athos eine orthodoxe Mönchsrepublik mit autonomem Status unter griechischer Souveränität in Griechenland ist.

"Das Territorium umfasst rund 336 Quadratkilometer und zählt 2262 Einwohner, die Mönche zuzüglich Verwaltungsangestellten, Polizisten, Geschäftsbesitzern und einer saisonal wechselnden Zahl von zivilen Arbeitern.

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichne der Begriff "Athos" (Berg) entweder die ganze Halbinsel Athos mit dem Mönchsstaat oder auch nur den eigentlichen Berg an der Südost-Spitze der Halbinsel, der 2 033 Meter hoch ist.

"Die 20 Großklöster der orthodoxen Mönchsrepublik sind Teil des Unesco-Welterbes. Das erste Kloster, die große Lavra, wurde 963 vom byzantinischen Mönch Athanasios Athonites gegründet", erklärte Braun. Berühmt seien die Malerwerkstätten des Athos, deren große Tradition der Ikonenmalerei bis ins Hochmittelalter zurückreiche.

Die Halbinsel sei für männliche Pilger, jedoch nicht für klassische Touristen zugänglich. "Wenn man gewisse Regeln einhält und die maximal erlaubte Besucherzahl noch nicht ausgeschöpft ist, wird man problemlos als Pilger anerkannt. Frauen haben allerdings keinen Zutritt zur Insel", berichtete der Wolfsburger.

Der Athos heiße auch "to perivóli tis Panagías", der Garten der Gottesmutter, und sei im theologischen Sinne einzig und allein der obersten Heiligen der orthodoxen Kirche, Maria, vorbehalten. Deshalb sei der Zutritt zum Berg Athos Frauen grundsätzlich untersagt.

Ein pragmatischer Grund dafür ist wohl der Wunsch der Mönche, von optischen Reizen unbeeinflusst zu leben und sich somit ungestörter der Gottesverehrung widmen zu können. Selbst weibliche Haustiere seien von dem Verbot betroffen.

"Als wir das hörten, waren wir platt", brachte Bernd Menzel, der Sprecher des Oebisfelder Behindertenkreises, die Empfindungen der Mitglieder auf den Punkt.

Touristisch könne man die Klöster an der Westküste per Schiff anfahren, es existieren mehrere Bootsausflüge, wobei sich die Schiffe nur bis auf einen angemessenen Abstand annähern dürften, erzählte Braun, der gleichzeitig zu seinem Vortrag eine Menge schöner Bilder zeigte. Nicht die gesamte Halbinsel Athos sei für den Tourismus tabu, bis Ouranoupolis sei sie für jedermann frei zugänglich.

Nach dem Vortrag wurde im Café Extrem gemeinsam zu Mittag gegessen.Elke Braun, die Frau des Pfarrers, erzählte dabei von der Geschichte des Café Extrem und vom Selbsthilfewerk Wolfsburg, das dieses Café betreibt.

Das SelbsthilfewerkWolfsburg ist ein Verein zur Förderung von Selbsthilfemaßnahmen zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit. Es hat die Aufgabe, der Entwicklung von Projekten für die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie Maßnahmen zur Integration in den Arbeitsmarkt zu dienen.1984 gründeten junge Arbeitslose und Mitglieder des Stadtjugendringes unter Mithilfe des Arbeitsamtes den gemeinnützigen Verein, der sich in vielen Bereichen engagiert..