Renè Dürsel und Andreas Walter waren für zwei Tage in Oebisfelde zu Gast. Sicher ist es nicht ungewöhnlich, dass Fremde die Allerstadt besuchen. Doch das Duo besichtigte nicht den Drömling oder die Altstadt, sondern hatte Schweiß treibende Arbeit zu leisten. In zwei Tagen brachten sie die Tennisplätze auf dem Gehege auf Vordermann.

Oebisfelde. Im Vorfeld der grundhaften Platzsanierung, konkret während und nach der Besichtigung der Tennisanlage durch Mitglieder des Sportausschusses des Stadtrates, hatte es einigen Wirbel um 3800 Euro für die Tennisplätze gegeben (wir berichteten). Doch so plötzlich wie der unsinnige Wirbel entstanden ist, ist er auch wieder verschwunden. Bei der vergangenen Sitzung des Stadtrates kam es zur Aussprache zwischen Vertretern des Ausschusses und Tennisakteuren, an deren Spitze Helga Elger, Leiterin der Sparte Tennis des SV Oebisfelde, stand. Resultat: Hans-Werner Kraul, Vorsitzender des Ausschusses, räumte ein "Informationsdefizit" ein. Danach ging alles sehr schnell.

Horst Falkuß, Mitglied der Tennissparte und Fachmann in Sachen Platzbau, allerdings auf "Laienbasis", wie er sagte, suchte im Internet Firmen mit dem Profil Tennisplatzbau heraus. Die Kommune vergab schließlich den Auftrag an die Firma Vogel aus Dresden. Ihr gehören Dürsel und Walter an. Am Freitag begannen sie mit ihrer Arbeit und zollten erst einmal Beifall: "Dass die Anlage zehn Jahre alt ist, sieht man ihr nicht an. Sie ist sehr gut gepflegt worden. Da haben wir schon ganz andere Plätze gesehen."

Doch allein mit Worten ist die Arbeit nicht getan. Die Sachsen legten los. Zuerst entfernten sie drei Tonnen altes Ziegelmehl. Am Sonnabend ging es dann ans sogenannte Eingemachte - die Plätze wurden neu hergerichtet. Das verlangt Fingerspitzengefühl und Erfahrung. "Wir konnten zwar im Laufe der Jahre durch die Platzpflege, schon bei der alten Anlage hinter der Sporthalle am Bahnhof, viel Erfahrung sammeln, doch für die speziellen Sachen fehlt uns dann doch das Wissen", erzählte Horst Falkuß.

Gleichmäßig verteilten Dürsel und Walter mit Schippe und Schleppnetz auf den drei Plätzen knapp acht Tonnen Ziegelmehl. Ganz wichtig ist danach das Walzen. Falkuß: "Die Plätze werden zuerst gewässert. Dann kommt über mehrere Tage die Walze zum Einsatz." Die wird von den Tennisakteuren bedient, ehe am 14. Mai pünktlich der Startschuss zum ersten Punktspiel der Ü 30-Männer fallen kann.

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