Mit zahlreichen Gästen aus dem Dorf und darüber hinaus feierte der Männergesangverein Jahrstedt-Germenau sein 135-jähriges Bestehen. Bei einem Kommersabend sind nicht nur verdiente Sänger geehrt worden, der Verein bot dem Publikum zudem ein erfrischend schwungvolles Programm, das sich hören und sehen lassen konnte.

Jahrstedt. Fast zweieinhalb Stunden unterhielt der Männergesangverein (MGV) Jahr- stedt-Germenau die Gäste im Saal am Sonnabend beim Kommersabend. Doch keine Minute davon war verschwendet. Im Gegenteil: Immer wieder sang das Publikum mit, schunkelte oder lachte bei einem Witz.

Den Auftakt bildete naturgemäß der Jubilar selbst. Mit dem "Hoch deutscher Gesang" und dem "Festgesang" eröffnete der MGV den Vortragsreigen. Dabei ließen die Sänger nicht nur die für einen solchen Abend bekannten Volkslieder erklingen, sie trugen ebenso für Chöre aufbereitete Ohrwürmer und sehr emotionale neuere Lieder vor. Großen Anteil an dem Erfolg des Programms kommt dem neuen musikalischen Chorleiter Eckhard Krone zu, der mit den Sängern alte Lieder auffrischte und neue Songs einstudierte.

Eine Bereicherung des Abends war auch die Gruppe Quodlibet aus Köckte unter der Leitung von Helge Körtge. Sie musste das Publikum gar nicht zum Mitsingen auffordern, die zumeist Sängerinnen und Sänger fielen einfach mit ein und schunkelten bei den "Tulpen aus Amsterdam". Mit seiner Moderation hatte Helge Körtge außerdem so manchen Lacher auf seiner Seite.

Eine Überraschung gab es für Hermann Krause. Er ist zum Ehrenmitglied des MGV ernannt worden. "Die Ehrenmitgliedschaft ist so ziemlich die höchste Auszeichnung, die ein Chor zu vergeben hat", sagte Vereinsvorsitzender Lutz Sperling. "Die muss man sich verdienen." Hermann Krause sei 2012 bereits 60 Jahre Mitglied im MGV Jahrstedt. Er sei immer dabei. "Und wenn er mal nicht kommt, muss er krank sein", scherzte Sperling, der sich mit dem Vorstand noch etwas Besonderes einfallen ließ: Damit die Ehrenmitgliedschaft auch äußerlich erkennbar ist, vergibt der Verein ein Abzeichen, das eine goldene Lyra mit Ehrenkranz ziert. Hermann Krause ist der erste Träger dieser Auszeichnung. Hermann Busse und Fritz Schulze bekamen sie nachträglich. Im Anschluss an den offiziellen Teil und ein Essen feierten die Sänger mit ihren Gästen. Gegen 2 Uhr verließen die letzten Besucher den Saal.

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