In Trippigleben ist Dienstag-nacht ein Haus abgebrannt. Die beiden Bewohner konnten unverletzt gerettet werden. Otto Rötz (85) und Sohn Norbert (50) stehen jetzt vor einer ungewissen Zukunft.

Trippigleben. Bei einem Brand Dienstagnacht wurde in Trippigleben ein Haus an der Langen Straße weitgehend zerstört. Es ist das Geburtshaus von Otto Rötz. Der 85-Jährige wohnte dort mit Sohn Norbert (50). Die Polizei schätzt den Schaden auf insgesamt 100000 Euro.

Kurz nach Mitternacht ertönte die Sirene. "Davon bin ich aufgewacht", sagt Otto Rötz. Er habe sich gewundert, dass es so hell war. Erst dachte er, er hätte das Licht angelassen. Doch dann bemerkte der 85-Jährige das Feuer.

"Plötzlich hörte ich ein Poltern", erinnert sich Otto Rötz. "Jemand rief: ,Raus! Der Dachstuhl brennt\'". Und dann stand auch schon Wehrleiter Joachim Klabis vor ihm. "Er hat mich aus dem Bett gezogen", erzählt Otto Rötz. Er habe noch etwas mitnehmen wollen. Doch der Wehrleiter habe gesagt: "Gibt\'s nicht".

So musste Otto Rötz im blau karierten Schlafanzug raus. Dort musste er mit ansehen, wie sein Geburtshaus abbrannte. Eine Decke hatte er um die Schultern gelegt. Später durfte er sich im Polizeiauto vor der Kälte schützen. Auch sein Sohn konnte den Flammen unverletzt entkommen.

Fast 40 Feuerwehrmänner aus Klötze, Quarnebeck, Wenze und Trippigleben waren im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten bis fast 3 Uhr.

Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) waren noch in der Nacht vor Ort. Die Brandursache ist nach Polizeiangaben aber noch offen. Heute wollen die Ermittler des LKA das Haus genauer untersuchen.

Gestern Mittag: Otto Rötz sitzt hinter seinem Haus. Es riecht nach verbranntem Holz."Traurig, aber wahr", sagt er. Der 85-Jährige wirkt gefasst. Doch der Schmerz ist ihm anzumerken. "Sprachlos bin ich", sagt Rötz. Er trägt noch immer den blau karierten Schlafanzug. Denn sein Haus dürfe er vorerst nicht betreten.

Das Deutsche Rote Kreuz hat ihm zwar zwei Säcke mit Kleidung gebracht. Sie stehen aber noch unberührt in der Ecke. Er wollte die Sachen noch nicht probieren.

Wie es weiter gehen soll, wisse er noch nicht. Die erste Nacht hat er bei Freunden im Ort schlafen können. Gestern brachte ihm eine Trippiglebenerin Essen. Vielleicht könne er mit seinem Sohn in ein leer stehendes Haus im Ort ziehen.

Seit 65 Jahren ist Otto Rötz in der Feuerwehr. Einen Hausbrand habe er noch nie miterleben müssen - bis gestern Nacht. "Gegen Feuer ist man machtlos."