Wie aus einer ganz normalen 21-Jährigen eine Frau aus dem Narnia-Reich wird, konnten am Sonnabend in Klötze Besucher des Spargel- und Besenbinderfestes miterleben. Beim öffentlichen Bodypainting (Körperbemalen) verpasste Katja Becker ihrem Model Kathrin Merkl dieses besondere Kostüm.

Klötze. "Ich wollte mal ein bisschen Farbe in das müde Klötze bringen", erklärte Katja Becker ihre Idee für das öffentliche Bodypainting, als sie ihr Kunstwerk am Sonnabendnachmittag auf der Festbühne in der Neustädter Straße präsentierte. Zuvor hatte die Kosmetikerin aus Lockstedt die 21-jährige Kathrin Merkl aus Kusey mit geübten Handgriffen und Pinselstrichen in eine Frau aus dem Narnia-Königreich verwandelt.

Dirk Spaehn stellte der Kosmetikerin die obere Etage seines Fitnessstudios, das sich genau an der Festmeile befindet, zur Verfügung und sponserte auch die Aktion. Der Platz war gut gewählt, denn so hatten Akteure und Zuschauer gleichermaßen einen guten Blick auf alles, was sich abspielte. Noch besser dran war, wer sich gleich in die obere Etage zur Künstlerin und ihrem Model begab. Dort waren sie richtig nah dran am Geschehen. Außerdem stellten sich die beiden Frauen ausgesprochen offen den Fragen der Interessenten. Auch die Volksstimme wollte einiges wissen:

Volksstimme: So ein öffentliches Bodypainting ist ja nichts Alltägliches. Sind Sie aufgeregt?

Katja Becker: Nein, nicht so sehr. Bodypainting mache ich ziemlich oft. Außerdem sind ja auch nicht so viele Leute da.

Kathrin Merkl: Ich war total aufgeregt, habe die Nacht schlecht geschlafen. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es ist, wenn ich mich hier fast nackt hinstelle und dann bemalen lasse. Aber jetzt ist die Aufregung wie weggeflogen. Ich fühle mich ganz entspannt.

Volksstimme: Die Konturen der Narnia-Rüstung sind schon aufgezeichnet. Ist der Pinsel Ihr einziges Werkzeug und wie lange dauert das Painting überhaupt?

Becker: Ein Ganzkörperpainting dauert ungefähr vier Stunden. Die Konturen habe ich mit dem Pinsel aufgetragen. Die eigentliche Farbgebung erfolgt mittels Schwämmchen, ich tupfe die Farbe quasi auf den Körper. Zuerst entsteht jetzt die Rüstung und zum Schluss kommen das Gesicht und die Frisur an die Reihe. Werkzeug ist dann unter anderem auch die Pinzette, mit der ich Strasssteine gezielt platziere.

Volksstimme: Frau Merkl, wie fühlt sich das Painting an? Und fühlen Sie sich eigentlich nackt?

Merkl: Nackt fühle ich mich überhaupt nicht, sondern ganz gut angezogen. Ich sehe ja, wie Katja mich quasi anzieht. Das Painting ist angenehm, nur das lange Stehen nicht. Deshalb muss ich auch ab und zu mal ein paar Schritte gehen.

Dreieinhalb Stunden später:

Volksstimme: Das sieht ja schon gut aus. Sie sind gut vorangekommen.

Becker: Eigentlich wollten wir schon fertig sein, aber wir haben doch mehr Pausen gemacht und Fragen beantwortet, als wir dachten.

Merkl: Ich kann nicht mehr stehen. Katja, ich muss mich jetzt mal krumm machen.

Volksstimme: Hier drin ist es kälter als draußen. Frieren Sie?

Merkl: Naja, warm ist mir nicht gerade. Sagen wir mal, es ist etwas frisch.

Volksstimme: Wollen Sie sich auch auf der Festmeile präsentieren, wenn ja, haben Sie ein mulmiges Gefühl?

Becker: Ja, wir werden eine Runde über den Marktplatz drehen. Das muss jetzt sein nach vier Stunden Arbeit. Wenn wir die Fotos gemacht haben, geht\'s los, so in zehn Minuten. Ein mulmiges Gefühl habe ich nicht.

Merkl: Ich auch nicht. Endlich Sonne. Draußen ist es so schön. Die Rüstung sieht doch gut aus, oder?!

Die Rüstung ist sogar so gelungen, dass Künstlerin und Model wenige Minuten vor der offiziellen Eröffnung des Festes spontan auf die Bühne gebeten werden. Dort erklärt Katja Becker den Bürgermeistern Matthias Mann und Klaus Ewertowski sowie dem Fest-Initiator Klaus Hilmer und den nicht ganz so zahlreichen Gästen vor der Bühne das Bodypainting und ihren Beweggrund, sich am Fest zu beteiligen: "Ich hoffe, dass ich mal ein bisschen Farbe ins müde Klötze bringen konnte."

   

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