Nur noch eine Woche, dann kommt der neue Bildband über Jübar offiziell auf den Markt. Am 29. Mai soll das Werk mit knapp 700 Fotos von früher und heute der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Hartmut Bock und seine Mitstreiter verrieten am Donnerstag im Rahmen eines Pressetermins schon einmal, auf was sich die Leser freuen können.

Jübar. Seit fast drei Jahren schwirrt das Projekt eines Standardwerkes über Jübar in den Köpfen der Gemeindeverantwortlichen herum. Jetzt ist es endlich fertig. Herausgekommen ist ein 240-seitiger Bildband über das Dorf mit dem Titel "Jübar und seine Menschen", der knapp 700 Fotos von allen Facetten des Gemeindelebens früher und heute enthält. "Die meisten sind schwarz-weiß, wie das früher so üblich war. Wir haben aber auch 64 Farbseiten integriert", berichtete Hartmut Bock am Donnerstag der Presse.

Der Jübarer hatte die Hauptarbeit bei der Zusammenstellung des Werkes zu leisten. Die Masse der veröffentlichten Aufnahmen stammen aus Bocks Privatarchiv. "Viele sind mir aber auch nach entsprechenden Aufrufen in der Zeitung und persönlicher Ansprache von Jübarern übergeben worden", ergänzte der Hobbyhistoriker. Über 50 Leute aus dem Dorf hätten Material beigesteuert. Das wuchs zwischenzeitlich auf mehr als 1000 Bilder an - ein Umfang, der den gesetzten Rahmen gesprengt hätte. "Also musste ich auswählen, das war mitunter sehr schwierig", erklärte Hartmut Bock.

Unterstützung erhielt der Jübarer durch Heinz-Walter Kamieth und Horst Fischer sowie den Vissumer Lothar Mittag, der die meisten Bilder eingescannt und bearbeitet hat. Aber auch etliche Dorfbewohner griffen Bock unter die Arme. "Beispielsweise Karin und Günther Ziebell, aber auch Erna Busse", erzählte der Autor. Die 91-Jährige kannte noch viele Personen auf den alten Fotos und half mit ihrem Wissen, die Bildunterschriften zu vervollverständigen.

Ursprünglich schwebte der Gemeinde die Erstellung einer Chronik über Jübar vor. "Doch das wäre eine sehr zeitaufwändige Arbeit geworden, die viele Archivbesuche vorausgesetzt hätte. Deshalb haben wir uns in Absprache mit dem damaligen Jübarer Gemeinderat auf einen Bildband geeinigt", berichtete Hartmut Bock. 150 Seiten waren zunächst vorgesehen, die dafür benötigten Finanzmittel von 8000 Euro stellte der alte Rat noch in den Haushalt ein. "Eine gute Entscheidung, denn nach der Gebietsreform wäre es im Rahmen der Großgemeinde sicherlich schwierig geworden", meinte Bürgermeister Carsten Borchert.

Zwar hat sich der Umfang des Buches drastisch erhöht, doch die Mehrkosten von 2400 Euro bleiben dennoch nicht bei der Gemeinde hängen. "Die Sparkasse Altmark-West und die Jübarer Agrargenossenschaft haben sich dankenswerterweise bereit erklärt, den Differenzbetrag zur Verfügung zu stellen", freute sich der Jübarer Horst Fischer.

Älteste Bilder stammen aus der Zeit um 1900

Inhaltlich bietet der Bildband einen abwechslungsreichen Rundgang durch die Jübarer Geschichte. Nach der 20-seitigen historischen Einleitung von Hartmut Bock, die die wichtigsten Ereignisse von der ersten urkundlichen Erwähnung 1240 bis zur Gegenwart aufzeigt, findet der Betrachter thematisch gegliedert zahlreiche Aufnahmen und Informationen zu den Bereichen Landwirtschaft, Handwerks- und Gewerbebetriebe im Dorf, der Mühle und der Molkerei, Kirche und Friedhof, Handel und Gastwirtschaften, Verkehr, Post, Banken und Versicherungen. Auch der freiwilligen Feuerwehr, den Vereinen des Ortes, den ansässigen Ärzten, Zahnärzten und Tierärzten sowie der Partnerschaft mit Maria Lankowitz sind eigene Kapitel gewidmet.

Auch zahlreiche Dorfansichten zieren den Bildband. "Die älteste datiert aus der Zeit um 1900 und ist von Heinrich Heymann, der sich damals als einer der ersten einen Fotoapparat zugelegt hatte", berichtete Hartmut Bock. Nicht fehlen dürfen im Buch auch Bilder von Jübarer Bräuchen, Veranstaltungen und Familienereignissen im Jahreslauf. "Die Palette reicht von der Taufe bis zur Aufbahrung im offenen Sarg", verriet Bock. Den Schluss des Bildbandes schmücken Schnappschüsse von Jübarern, vom alten Dorfschulzen Heymann bis zu den heutigen jüngsten Einwohnern.