Beetzendorf. Aus dem Frühling ist schon fast ein Sommer geworden und vor allem im Garten gibt es bei diesem sonnigen Wetter jede Menge zu tun. Ob das der Grund war, dass sich zum traditionellen Frühlingskonzert des Beetzendorfer Frauenchores am Sonnabendnachmittag so wenige Besucher blicken ließen? Nur knapp 50 Interessierte fanden den Weg in die Aula der Grund- und Sekundarschule, davon etliche Eltern der Grundschulchorkinder, die nach dem Auftritt ihrer Schützlinge die hinteren Zuhörerreihen räumten und wieder verschwanden.

So musste das Konzert vor einem äußerst überschaubaren Publikumskreis über die Bühne gehen, wovon sich die Akteure jedoch wenig beeindrucken ließen. Die gastgebenden Sängerinnen des Beetzendorfer Frauenchores begeisterten in gewohnt souveräner Manier mit einem bunten Reigen an Frühlingsliedern. Viele davon wurden mehrstimmig gesungen, darunter die Auftaktweise "Frühling ist ins Land gezogen", mit der der Chor unter der Leitung von Rainer Rodzis die Zuhörer begrüßte.

"Die Zeit vergeht. Eben noch haben wir uns beim Weihnachtskonzert gesehen, jetzt steht schon wieder das Frühlingssingen auf dem Programm", meinte Karin Havlicek in ihren Eröffnungsworten. Die Beetzendorferin führte mit einigen kleinen Gedichten durch das Programm des Nachmittags und erinnerte daran, dass die Sonnenstrahlen des Frühlings nicht nur die Natur erwecken, sondern auch die Herzen der Menschen. "Frühling ist die Zeit der Freude. Überall warten kleine Wunder darauf, entdeckt zu werden", so Havlicek.

Von den Mädchen und Jungen des Grundschulchores bekamen die Zuhörer unterhaltsame und einfühlsame Lieder zum Thema Freundschaft zu hören. Höhepunkt war die Aufführung des Nena-Klassikers "99 Luftballons", bei dem die Schüler mit vollem Einsatz über das Parkett wirbelten.

Klassische und neue Lieder intoniert

Erstmals beim Frühlingskonzert mit von der Partie waren die Jagdhornbläser der Gruppe "Zum Dachsgrund" aus Jemmeritz. Unter der Leitung von Dirk Günther trugen sie unter anderem das Lied von der Lüneburger Heide, die Morgenpirsch, den Freischütz, aber auch den Klassiker "Auf zum fröhlichen Jagen" vor und ernteten dafür viel Beifall.

Applaus war auch den Hauptakteuren des Nachmittags, den Sängerinnen in ihren lindgrünen Chorjacken und geblümten Röcken, sicher. Das Programm reichte von klassischen Weisen wie "Wenn des Frühlings Zauberfinger" und dem Lied vom Löwenzahn bis hin zu "Es geht eine helle Flöte", der bekannten Melodie "Leise zieht durch mein Gemüt" und dem schwungvoll vorgetragenen Lied "Das Leben kann so schön sein".

Die Tradition des Frühlingskonzertes wurde einst vom unvergessenen Beetzendorfer Chorleiter und Dirigenten Harald Malcherzyk ins Leben gerufen. Sein musikalisches Erbe hat im Frauenchor einen festen Platz, was die Intonierung des Frühlingsklassikers "Nun will der Lenz uns grüßen" in einer Bearbeitung von Malcherzyk bewies.

 

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