Auf den Tag genau gab es die Einheitsgemeinde Klötze am Freitag 505 Tage. Dieses Jubiläum hatte Bürgermeister Matthias Mann zum Anlass genommen, um Vertreter aus Wirtschaft, Vereinen und Verbänden, den Kirchen, aus öffentlichen Einrichtungen sowie Repräsentanten aus den Bereichen Medizin, Kultur und Bildung zu einem Frühjahrsempfang in den Neuferchauer Saal einzuladen.

Neuferchau/Klötze. Der Frühjahrsempfang war eine Premiere, der neben etwa 200 Gästen auch Sachsen-Anhalts neuer Innenminister Holger Stahlknecht als Vertreter der Landesregierung, Lantagsmitglied Jürgen Barth und Landrat Michael Ziche beiwohnten.

Nachdem die drei Männerchöre aus Wenze, Neuferchau und Kusey unter der Leitung von Fritz Zerneke aus Kusey den Empfang musikalisch und stimmgewaltig eröffnet hatten, gab Matthias Mann in seiner Rede einen Rückblick, einen Einblick sowie einen Ausblick auf die Einheitsgemeinde Klötze. Vor 505 Tagen war die aus ehemals 12 selbständigen Gemeinden mit 24 Ortsteilen und etwa 10500 Einwohnern gebildet worden. Die Schwierigkeit zu dieser Zeit: Unterschiedliche Strukturen und Regelungen mussten zusammengeführt werden. Die neuen Strukturen habe man, so der Bürgermeister, gemeinsam zum Laufen gebracht. So wurden in allen Bereichen einheitliche Regelungen in Form von Satzungen und Verordnungen beschlossen. "Alle freiwilligen Aufgaben wurden beibehalten", resümierte er, obwohl das angesichts der finanziellen Situation der Kommune nicht einfach gewesen sei. So musste die Stadt Klötze im vergangenen Jahr Mindereinnahmen von mehr als 500 000 Euro verkraften und in diesem weitere Kürzungen von 53 000 Euro, und das bei gleichzeitiger Erhöhung der Kreisumlage. Den Zuweisungen des Landes in diesem Jahr von 2,45 Millionen Euro stehen Ausgaben für die Kreisumlage von 3,25 Millionen Euro gegenüber: "Hier wird deutlich, dass die Zuweisung des Landes nicht einmal zur Finanzierung der Kreisumlage ausreicht", erklärte Matthias Mann die aktuelle Finanzlage.

Trotz der angespannten Finanzlage ist es der Stadt gelungen, Investitionen zu tätigen. So wurde die Klötzer Bibliothek saniert, gibt es Straßenbaumaßnahmen in der Klötzer Friedensstraße und im Kunrauer Bocksgang, wurden die Fassade der Grundschule Kusey und die Kindertagesstätte Jahrstedt saniert.

Lob zollte Matthias Man den Vereinen und den Menschen in den einzelnen Orten, die mit ihrem Engagement dazu beigetragen haben, dass das kulturelle Leben in den Dörfern nicht auf der Strecke geblieben ist. Dass indes nicht alle Bürger Entscheidungen, wie die bei Gebührenerhöhungen, nachvollziehen können und mit Unmut und Ärger reagieren, sei nachvollziehbar. Indes verteidigte er diese Entscheidungen: "Gerade diese Entscheidungen waren und sind zur Verbesserung der eigenen Einnahmen und zur Gleichbehandlung aller Einwohner nötig gewesen."

Minister Stahlknecht gestand in seiner Ansprache, "am Anfang kein Freund der Kommunalreform" gewesen zu sein. "Jetzt aber schon!" Ohne die Reform, so der Minister, hätten viele überschuldete Gemeinden "nicht einmal mehr zukunftsfähig denken können".

Nach dem offiziellen Teil des Empfangs stärkten sich die Gäste mit Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, plauderten an den Tischen, tranken zusammen so manches Bier und nutzten die Gelegenheit, ebenfalls 505 Tage Stadt Klötze Revue passieren zu lassen. Und einig war sich wohl alle Teilnehmer, dass diese Premieren-Veranstaltung mehr als gelungen war und daraus eine Tradition werden sollte.

Mehr zum Empfang der Stadt Klötze lesen Sie bitte in der morgigen Ausgabe.

 

Bilder