Bauen sie oder bauen sie nicht? Rund acht Jahre dauert das Tauziehen um einen neuen Supermarkt an der Poppauer Straße in Klötze schon an. Doch nach langem Hin und Her soll laut einer Sprecherin der Marktkette Edeka noch in diesen Tagen mit vorbereitenden Arbeiten begonnen werden.

Klötze. Seit rund acht Jahren geistern die Umzugspläne der Supermarktkette nun schon durch die Instanzen. Der Edeka-Markt im Wohngebiet Am Hegefeld soll in einen Neubau verlagert werden, der an der Poppauer Straße neben dem Aldi entstehen wird.

Dieses Vorhaben teilte die Einwohner Klötzes von Beginn an in zwei Lager. Bewohner des Hegefelds und einige Stadträte befürchteten ein Sterben des Wohngebiets auf Raten. Sie verlangten eine Alternative, die damals von der Marktkette in Form eines anderen Marktes mit Vollversorgungscharakter zugesagt worden war. Auch Händler in der Innenstadt sprachen sich gegen einen weiteren Supermarkt in Klötze aus, weil sie das Aus für ihre Geschäfte kommen sahen.

Ein Gutachten bescheinigte Klötze schon vor einigen Jahren eine überdurchschnittlich hohe Pro-Kopf-Verkaufsfläche. Das Landesverwaltungsamt lehnte das Ansinnen, einen neuen Markt zu bauen, ebenfalls ab. Begründung: Das sei mit den Erfordernissen der Raumordnung nicht vereinbar.

Der Raumordnungsplan ist deshalb geändert worden, was schließlich den Weg für den Neubau ebnete.

Doch danach herrschte Schweigen im Walde. Bis vor wenigen Tagen. Alexandra Antonatus, Sprecherin der Marktkette in Minden, bestätigte: "Derzeit werden die Aufträge für die Abbrucharbeiten (Garagen, Sportlerheim, Außenanlagen) sowie die Geländevorarbeiten vergeben." Diese sollen im Juni erledigt werden. Der eigentliche Baubeginn ist für Juli vorgesehen, die Eröffnung soll noch vor Weihnachten 2011 sein. Entstehen wird ein Markt mit 1300 Quadratmetern Verkaufsfläche.

Ob es eine ersatzweise Versorgung der Hegefeld-Bewohner geben wird, wie es von der Marktkette noch vor einigen Jahren zugesagt war, ließ die Sprecherin gestern offen. "Wir stehen in Verhandlungen mit dem Eigentümer darüber, was mit dem Objekt werden soll. Mehr kann ich im Moment nicht sagen, auch wenn diese Aussage für die Bevölkerung sehr schwammig ist."