Lüdelsen (wmo). Das Schreiben von Gedichten gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen des Klötzers Dr. Wilfried Schielke. Schon zu DDR-Zeiten verfasste er die ersten Verse, die Alltagsbegebenheiten sowie die großen und kleinen Schwächen der Mitmenschen ebenso thematisieren wie die Schönheiten der altmärkischen Landschaft. Inzwischen hat der 70-Jährige, der in Kalbe geboren ist und seit 1972 in Klötze wohnt, zwei kleine Bücher herausgebracht, aus denen er den Lüdelsener Senioren während ihres Monatsnachmittags am Montag vortrug.

"Das Schreiben wurde mir sozusagen in die Wiege gelegt. Meine Mutter hatte ebenfalls so eine Ader und notierte sich alles in einem kleinen Büchlein", berichtete Schielke. Als zum 25-jährigen Abiturjubiläum alle Mitschüler von einst ein Gedicht verfassen sollten, sei er auf den Geschmack gekommen. "Wenn man erst eins verfasst hat, dann werden es immer mehr", schmunzelte der ehemalige Mediziner. 2001 erschien sein erstes Buch, ein zweites wurde vor fünf Jahren fertig. "Und ich habe schon wieder zwei Ordner mit Gedichten vorliegen, so dass das dritte Buch kommen kann", erklärte Wilfried Schielke.

Den Lüdelsener Senioren trug er zum einen nachdenkliche Gedichte vor, wie den Osterspaziergang, bei dem es um die Unsitte des Müllabladens in der Natur geht. Aber auch das Lachen kam nicht zu kurz. So erzählte der Klötzer vom mysteriösen "Omamord in Poppau", für den zur Überraschung der Kripo ein Schafbock verantwortlich war, ebenso wie von dem "Mann vom Soll", der zu DDR-Zeiten jede Gelegenheit zum Krankmachen nutzte.

Bilder